Ein Dürener für den „Öcher Fastelovend"

Von: Sandra Kinkel
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Bernd Marx wird Karnevalsprinz in Aachen.

Düren/Aachen. An ein Leben ohne Karneval kann Bernd Marx sich überhaupt nicht erinnern. „Ich habe bei meinen kanevalsbegeisterten Eltern das Laufen kostümiert gelernt“, schmunzelt der 45-jährige Serviceingenieur, der im Hürtgenwalder Ortsteil Brandenberg aufgewachsen ist und mittlerweile in Düren lebt. Jetzt erlebt Bernd Marx‘ karnevalistischer Karriere ihren Höhepunkt: Der Vater zweier Söhne (zwei und vier Jahre) wird Karnevalsprinz in Aachen.

Am 11. Januar wird er im schon jetzt ausverkauften Eurogress an der Monheimsallee in sein Amt eingeführt. „Als Kind“, schmunzelt Marx, „habe ich mir schon aus Zeitungspapier eine Narrenkappe mit Pfauenfedern gebastelt. Da ging es schon los.“

In Aachen, so der designierte Narrenherrscher weiter, gebe es immer mehrere Bewerbungen für das Prinzenamt. „Das war diesmal auch wieder so. Ich habe eine umfangreiche Bewerbungsmappe zusammengestellt und auch gleich mein mögliches Prinzenmotto mitgeschickt.“

Die Verantwortlichen vom Aachener Karnevalsverein (AKV) waren überzeugt. Und so geht Bernd Marx als Bernd I. in die Annalen des Öcher Fastelovend ein. Sein Motto heißt: „Janz Jeck op Kejser Karl än Karneval danzt Oche met os Maskenball“.

Bernd Marx‘ größte karnevalistische Leidenschaft ist der Tanzsport. Angefangen hat alles bei der Karnevalsgesellschaft „Heedhase Brandenburg“, danach war Bernd Marx bei der KG „Kick ens“ in Rölsdorf und der KG „Horbacher Freunde“ aktiv. „Durch die Horbacher bin ich auch zum Aachener Karneval gekommen“, sagt Bernd Marx. „Das hat sich einfach so ergeben.“ In Horbach hat er auch seine Ehefrau kennengelernt.

Fünf Mal ist der Tänzer, Trainer und Choreograph mit von ihm trainierten und choreographierten Schautanzgruppen norddeutscher Meister und drei Mal sogar Deutscher Meister geworden – einmal mit der „Kick ens“ und zwei Mal mit den Horbacher Freunden. Für sein Engagement ist er vom Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipps zum „Närrischen Botschafter Aachens“ ernannt worden.

Inthronisation am 11. Januar

Bernd Marx: „Vor zwei Jahren habe ich die Choreographie für das Prinzenspiel von Prinz Rainer übernommen. Und da habe ich auch das erste Mal so richtig Berührung mit dem Prinzenamt bekommen.“ Bernd Marx freut sich auf sein Amt, vor allen Dingen erst einmal auf die Inthronisation am 11. Januar im bereits ausverkauften Eurogress.

„Die Vorbereitungen laufen seit April. Tanzen wird eine sehr wichtige Rolle spielen. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.“ Vielleicht aber noch so viel: Es wird venezianisch, und eine Prinzenrede und ein Prinzenlied geben. „Wir haben eine Benefiz-CD aufgenommen, mit deren Erlös wir den Kinderschutzbund in Aachen und den Förderkreis ‚Öchjer Schängche‘ untertstützen möchten.“ Das Prinzenlied trägt den vielversprechenden Titel „Prinz...ipiell“.

Über die Kosten, die ein Aachener Karnevalsprinz hat, möchte Bernd Marx nicht sprechen. „Natürlich ist das teuer“, sagt er. „Und natürlich geht das nur mit Hilfe zahlreicher Sponsoren.“ Über 50 Gesellschaften sind Mitglied im Festausschuss Aachener Karneval, dementsprechend groß ist die Zahl seiner Auftritte. „Wir haben um die 350 Termine.“

Zum Vergleich: Das Dürener Prinzenpaar muss rund 150 Auftritte bewältigen. „Ich werde sicherlich das ein oder andere Wochenende komplett in Aachen verbringen“, sagt Bernd Marx. „Und die letzten zwei Wochen vor Karneval ist es sowieso Tradition, dass der komplette Hofstaat in der Prinzenhochburg, dem Aachener Quellenhof, wohnt.“

Der Serviceingenieur eines Telekommunikationsunternehmens, der gerade in Elternzeit ist, glaubt nicht, dass es sehr große Unterschiede zwischen dem Aachener und Dürener Karneval ist. „Sicher, bei der Ordensverleihung ‚Wider den tierischen Ernst‘ wird der Aachener Karneval sehr politisch. Ansonsten glaube ich aber, dass der Grundcharakter gleich ist.“

Kein Oecher Platt...

Oecher Platt spricht Bernd Marx übrigens nicht. „Auch kein Dürener“, schmunzelt er. „Was ich gut kann, ist Eifeler Platt. Aber was nicht ist, kann ja immer noch werden!“ Der designierte Aachener Prinz hätte nicht gedacht, wie viel Arbeit schon jetzt in den Vorbereitungen für das Prinzenamt steckt.

„Ich glaube, man kann sich vorher gar nicht vorstellen, was da auf einen zukommt. Aber es macht wahnsinnig viel Spaß. Und ich bin froh, dass meine Frau mich so kreativ bei den Planungen unterstützt hat.“ Ob der viele Aufwand sich gelohnt hat, werden am 11. Januar auch viel Hürtgenwalder sehen. Aus der Höhengemeinde macht sich ein ganzer Bus auf den Weg ins Aachener Eurogress.

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