Ein Benefizkonzert der besonderen Art im Schenkel-Schoeller-Stift

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
7377222.jpg
Jürgen Dahmen (Klavier), Hans Peter Salentin (Trompete), Joscha Oetz (Bass), und Stephan Schneider (Drums) spielten für Bewohner und Gäste im Schenkel-Schoeller-Stift. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. „Irgendwann sind sie in Düren oder sonst wo zur Musikschule gegangen, haben dort gelernt, mit ihrem Instrument umzugehen, haben geübt und geübt“, begrüßte Hans Joachim Thiem, Leiter des Schenkel-Schoeller-Stifts die Konzertbesucher. „Sie sind heute hier, um ein außergewöhnliches Konzert zu spielen.“

Tatsächlich besuchte Jazz-Professor Hans Peter Salentin vor vielen Jahren die Musikschule Düren und lernte die Trompete blasen – mit großem Erfolg, wovon sich die Männer und Frauen im Saal des Seniorenheims überzeugen konnten.

Mit seinen drei Mitstreitern, Jürgen Dahmen (Piano), Stephan Schneider (Drums) und Joscha Oetz (Bass), spielt der Dürener Junge Salentin schon seit Jahrzehnten zusammen. Sie kennen sich, und während des Konzerts konnten die Menschen die nahezu wortlose Übereinstimmung in Gestik und Mimik wahrnehmen.

Die gute Stimmung übertrug sich rasch auf das Publikum, so dass das Event zu einer Familienfeier wurde. Unter dem Motto „Jazzy Themes and Originals“ improvisierten die Musiker jazzige Evergreens, Eigenkompositionen von Hans Peter Salentin und natürlich – wie kann es bei dem Filmbegeisterten Salentin anders sein – Filmmusiken.

Im Vorfeld hatte der Trompeter schon „gewarnt“: „Wir spielen keine Filmmusiken im eigentlichen Sinne eins zu eins, sondern unsere Interpretationen können Hörer so beeinflussen, dass eigene Filme in ihren Köpfen entstehen.“ Wenn das passiere, erklärte Salentin, sei ihr Ziel erreicht.

„Butterfly“ von Herbie Hancock, „Cinema Paradiso“ von Ennio Morricone, „Gabriellas Sang“ aus dem Film „Wie im Himmel“ entführten das Auditorium in fremde Welten. „Memories of Tomorrow“ von Keith Jarret, „The Summer knows“ von Michael Legrand, Melodien, vielen Menschen bekannt oder zumindest Erinnerungen wachriefen.

Zwei von Hans Peter Salentin selbst komponierte Stücke „From Dusk till Dawn“ und „Landscape“ ließen erahnen, welche musikalischen Könner an diesem Sonntagsnachmittag ihre Zelte im Niederauer Seniorenheim aufgeschlagen hatten.

Hans Peter Salentin hat im Übrigen eine besondere Beziehung zum Schenkel-Schoeller-Stift. Eine langjährige Freundin aus Schülertagen liegt seit Jahren an das Bett gefesselt in dem Haus. „Elke hat früher meine Konzert besucht, mich damit immer wieder unterstützt“, erzählte der Trompeter, „heute besuche ich sie mit meiner Musik hier im Haus, um ihr auf diese Weise etwas zurückzugeben.“ Elke konnte von ihrem Bett auf der Empore an dem Geschehen im Saal teilnehmen...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert