Ein Abend mit Musik von Max von Schillings

Von: Bruno Elberfeld
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Altistin Anna Fischer probt, am Piano begleitet von dem Stolberger Pianisten Theo Palm, Lieder von Max von Schillings. Foto: Elberfeld

Langerwehe. Viele Dürener kennen wahrscheinlich die Schillingsstraße im Stadtteil Gürzenich, eine wahrscheinlich geringere Anzahl kann das am Ende der Straße der Schillingsstraße liegende Gut Weyerhof historisch einordnen, Kunstinteressierte waren im Verlauf der letzten Jahre zu Besuch im Schillingspark, in dem in regelmäßigen Abständen Ausstellungen stattfinden.

Doch dass auf diesem Gutshof der durchaus bemerkenswerte Komponist, Geiger und Dirigent Max von Schillings herangewachsen ist, dürfte vielen Menschen in der Region nicht so ganz bewusst sein. Altistin Anna Fischer und der Pianist Theo Palm wollen das in Kooperation mit der Leiterin des Töpfereimuseums Langerwehe, Dr. Kirsten Ulrike Maaß, ändern.

„Diese Woche werden die Gäste hier im Töpfereimuseum eine Tonkunst der anderen Art kennenlernen“, stellte Maaß die Musiker und das Konzert vor. Im Vortragssaal des Museums werden dann Kompositionen von Max von Schillings erklingen, von denen viele leider, bedauerte Theo Palm, in Vergessenheit geraten seien. „Zu Unrecht“, ergänzte Anna Fischer, „denn Schillings hat eine sehr gute Musik geschrieben!“

Schon im Jahr 2002 hatte sich das Duo Palm/Fischer anlässlich des Rheinischen Musikfestes in der Region Aachen mit der Musik Schillings‘ befasst. Jetzt, im Jahre 2013, also 80 Jahre nach dem Tod des Komponisten, werden beide einen Liederabend mit Tondichtungen des Dürener Komponisten präsentieren. Beide, die Sängerin und der Pianist, sind von Schillings begeistert. „Die politische Affinität des Komponisten zu den Nazis wollen wir dabei nicht unter den Teppich kehren“, erklärte Palm, „doch wir trennen hier scharf die Gesinnung Max von Schillings von seinen wirklich großartigen Werken.“

Palm und Fischer gingen, bevor sie diesen großen Schillingsabend veranstalten konnten, zuerst auf die Suche. Im Dürener Kreis- und Stadtarchiv wurden sie – auch Dank professioneller und unbürokratischer Hilfe – fündig. In kleinen Schriften erspürten sie den Menschen Schillings hinter seinen Kompositionen, konnten sich besser in seine Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen, um seine Musik authentischer spielen zu können. Der ehemalige Kantor der Annakirche, August Leufgens, überreichte ihnen weitere Noten. Nach Kriegsende scheinen viele Schillings-Werke, aus welchen Gründen auch immer, verschwunden zu sein.

Dr. Kirsten Ulrike Maaß freut sich riesig auf das Konzert. „Es ist spannend, hier im Museum Werke eines Komponisten aufzuführen, der aus dieser Gegend stammt, erst später in München und Berlin gelebt und gearbeitet hat“, bekannte die Wissenschaftlerin. Abende wie dieses Konzert, veranstaltet vom „Förderkreis für das Töpfereimuseum“, würden helfen, Kultur zu bewahren und sie an nachfolgende Generationen zu vermitteln.

Das Konzert im Töpfereimuseum beginnt am Freitag, 12. April, um 20 Uhr. Einlass ist schon eine Stunde früher, um 19 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse für zwölf Euro. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.

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