Eifelklinik: Neue Kreißsäle ein Zeichen für die Zukunft

Von: Heiner Schepp
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Für die Beleghebammen und Kin
Für die Beleghebammen und Kinderkrankenschwestern der Eifelklinik (Bild, mit Gynäkologie-Chefarzt Dr. Dieter Sohr/links und Geschäftsführer Dr. Ulrich Mauerer) bedeuten die neuen Kreißsäle verbesserte Arbeitsbedingungen, für die werdenden Eltern ein behagliches Ambiente. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Es war ein froher Tag für das Krankenhaus und ein großes, symbolträchtiges Ereignis für Simmerath und eine ganze Region: Mit der Einweihung ihrer neuen Kreißsäle hat die Eifelklinik Simmerath nicht nur ein schönes und funktionales Umfeld für werdende Mütter und ihre Familien geschaffen, sondern auch ein Zeichen gesetzt für die Zukunft der Geburtshilfe in der Nordeifel.

Dies unterstrich Klinikleiter Dr. Ulrich Mauerer anlässlich der offiziellen Übergabe der neuen Räumlichkeiten.

Es ist noch keine vier Jahre her, da war die Stimmung rund um das damalige Malteser-Krankenhaus und seine Geburtshilfe nicht so positiv wie derzeit. „Es drohte die Schließung der verlustreichen Neugeborenenstation und ging ein Aufschrei durch die Eifelbevölkerung”, wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sich noch gut erinnern konnte.

Hermanns skizzierte die bewegenden Ereignisse von damals bis heute, erinnerte an Großdemo und Unterschriftenaktion, an die Gründung des Komitees „Rettet das Karnkenhaus” und die Wende im Mai 2008 zugunsten der Geburtshilfe, an die beinahe schon dramatischen Monate der Träger-Diskussion bis hin zur Übernahme des Krankenhauses durch die Artemed Kliniken. „Und heute sind wir in einer Situation, von der die gesamte Region noch im Sommer 2010 nicht einmal zu träumen wagte”, lobte der Bürgermeister den neuen Träger für den unternehmerischen Mut, in die Geburtshilfe zu investieren. „Denn damit ist der Standort Simmerath gesichert, ist eine ortsnahe Betreuung gewährleistet und haben die Mitarbeiter des Krankenhauses, hauptsächlich Eifeler, hier eine Zukunft.”

„Mehr als ein paar Quadratmeter”

Die symbolische Bedeutung der neuen Kreißsäle unterstrich auch Dr. Ulrich Mauerer: „Hier geht es um viel mehr als nur um ein paar neu hergerichtete Quadratmeter - für unser Haus und seine Mitarbeiter, für Simmerath und für die ganze Eifel”, so der Geschäftsführer. Er dankte den Architekten, aber auch den Hebammen, die bei der Planung ihre Vorstellungen miteingebracht hätten, „und die uns die Treue gehalten haben”, so Dr. Mauerer. Der Dank des Klinikchefs galt auch Politik, Behörden, den Kostenträgern und all den Bürgern, die sich für das Krankenhaus eingesetzt hätten: „Sie haben über den Förderverein und das Komitee Öffentlichkeit für unsere Belange hergestellt und uns damit auch Gehör verschafft”.

Auch Dr. Hartmut Wiechmann, im Sommer pensionierter, langjähriger Chefarzt der Gynäkologie am Simmerarther Krankenhaus, sah in der Schaffung neuer Kreißsäle ein Zeichen des Trägers, denn mit der Fortführung, ja Erweiterung der Geburtshilfe seien auch OP und Anästhesie, Labor und Intensivmedizin im Haus betroffen und in ihrem Bestand gestützt.

Der dem Haus nach wie vor eng verbundene Ruheständler blickte in launiger Manier zurück auf seine 36 Jahre Geburtshilfe, vom geburtenreichen Jahr 1976 mit einer Kaiserschnittquote von sechs Prozent, die bis heute auf 40 Prozent gestiegen sei. Der ehemalige Chefarzt erinnerte in seinem Streifzug an die Anfänge von Ultraschall und Periduralanästhesie (PDA), an Zeiten mit 400 Geburten jährlich in Simmerath und an Zeiten, „als Männer noch Exoten im Kreißsaal waren”.

Auch Wiechmanns Nachfolger Dr. Dieter Sohr, der sich die Leitung der Abteilung mit dem an diesem Tag verhinderten Dr. Andreas Cousin teilt, dankte dem Krankenhausträger, dass er diesen Weg, der ja Neuland für die Experten der Gefäßchirurgie gewesen sei, forsch vorangegangen sei. „Wir werden diesen Weg weitergehen - mit unseren Hebammen, denn die individuelle Betreuung ist und bleibt die ganz große Stärke der Geburtshilfe in Simmerath”, warb Dr. Sohr und schloss: „Mit den neuen Kreißsälen haben wir vorgelegt - nun sind die potentiellen zukünftigen Eltern am Zug”.

In einer ökumenischen Messfeier weihten Krankenhauspfarrer Leo Kerbusch und der evangelische Pastor Wolfgang Köhne die Räume ein. Zu den Gästen gehörten auch die Vorschulkinder des katholischen Kindergartens Simmerath, die die Feierstunde mit einem Liedvortrag bereicherten, Bilder für die ersten hier geborenen Kinder dabei hatten und als Dankeschön einen „Artefanten” mit nach Hause nehmen durften. Der Plüschelefant wird demnächst so manches Eifeler Babyzimmer schmücken, ist er doch künftig das Geschenk an jedes Neugeborene. Deren Zahl wird schon 2011 deutlich höher liegen als 2010 - und dieser Trend, so der Wunsch aller, soll sich in Simmerath fortsetzen.

Helle Räume, volle Ausstattung und modernes Gerät

Herzstücke der neuen Geburtshilferäume sind die beiden Kreißsäle - ein großer und ein etwas kleinerer, „groß genug, aber nicht so groß, dass man sich hier verliert”, so Dr. Mauerer. Die hellen, freundlichen Räume sind mit modernstem Gerät und allen gängigen Hilfemethoden für eine schonende Geburt ausgestattet. Geburtsbadewanne, Bäder, Warte- und Aufenthaltsräume sowie Arbeitsräume für Hebammen und ärztliches Personal grenzen unmittelbar an die Kreißsäle an, und der nahe OP-Bereich ist im Notfall ohne Aufzug schnell zu erreichen.

„Im Umkreis von 50 Kilometern verfügt Simmerath nun über die mit Abstand schönste und beste Entbindungsmöglichkeit für werdende Mütter”, freut sich Hebamme Sabine Stollenwerk im Namen ihrer Kolleginnen auf die Arbeit hier.

Die Wöchnerinnenzimmer sollen später von Station acht wieder nach hier unten verlegt werden.

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