Eifelgesteine: Der Reichtum in der Eifeler Erde

Von: P. St.
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Aus Eifeler Gestein errichtet:
Aus Eifeler Gestein errichtet: Das massive Hauptgebäude der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen.

Nordeifel. Wer an die Eifel denkt, der hat rasch ein klares Landschaftsbild vor Augen, bestehend aus Wald, Wiesen und Wasser. Dieser sichtbare Reichtum an Natur ist aber nur die eine Seite der Eifel, denn auch unter der Erde liegen Schätze, die einer näheren Betrachtung wert sind.

„Steinreiche Eifel” haben auch deshalb die beiden Autoren Karl-Heinz Schumacher und Walter Müller ihr soeben erschienenes Buch betitelt, das auf 368 Seiten die Herkunft, Gewinnung und Verwendung der Eifelgesteine dokumentiert. Entstanden ist ein gut lesbarer natur- und kulturgeschichtlicher Führer durch die gesamte Eifel im Viereck Aachen, Koblenz, Trier, Hohes Venn.

Das Buch der Eifelgesteine wurde herausgegeben von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft Mendig; drei Jahre lang haben die beiden Autoren, gleichzeitig auch Vorstandmitglieder der Gesellschaft, das umfassende Werk erarbeitet und mit 1250 Fotos dokumentiert.

„Erstmals wurde auf diese Weise für eine deutsche Landschaft das Gesteinsvorkommen so detailliert dokumentiert”, erzählt Karl-Heinz Schumacher. Dabei wende sich man keinesfalls nur an den Geo-Wissenschaftler, sondern wolle in leicht verständlicher Form eine oft noch wenig bekannte Seite der Eifel zu zeigen. Vorkommen, Abbau und Verwendung werden umfassend erläutert.

Ausgehend von der Geologie geht das Buch das Frage nach, wo die unterschiedlichen Gesteinsarten ihre Verwendung gefunden haben. Oft gibt es nur sehr kleinräumige Vorkommen, deren Bedeutung nicht über eine regionale Verwendung hinausreicht; anders ist dies zum Beispiel beim Schevenhüttener Schiefer, der fast im gesamten Rheinland gefragt war und dessen Vorkommen fast erloschen sind.

Ob Basalt oder Tuff, ob Sandstein oder Blaustein: Die einzelnen Gesteinsarten gewähren einen direkten Einblick in die Erdgeschichte, und so mancher Stein sorgte in der strukturschwachen Eifel auch für wirtschaftlichen Aufschwung.

Schumacher: „Schon in der Antike waren bestimmte Steine aus der Eifel ein Exportschlager.” Auch viele Kölner und Aachener Kirchen wurden mit Gestein aus Eifel errichtet.

Die Schönheit und die Verwendung von Steinen als edles Baumaterial ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn gerade im Zuge der Mechanisierung sind mit Steinbrüchen zum Teil Wunden in die Landschaft geschlagen worden. So ist auch dem Konflikt zwischen Steinabbau und Naturschutz eigenes Kapitel in dem Buch gewidmet, das damit die spannende Geschichte der in der Tat „steinreichen Eifel” abrundet.

Steinreiche Eifel, Karl-Heinz Schumacher und Walter Müller, erschienen im Görres-Verlag, Koblenz, Hardcover 17x24 cm mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-86972-008-1, 19,90 Euro.
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