Ehrgeizige Pläne: Wird die Grundschule Merken Nationalpark-Schule?

Von: Margret Vallot
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Fauna und Flora nicht nur aus
Fauna und Flora nicht nur aus Büchern kennenlernen, sondern in direkter Anschauung erleben: Das sollen die Kinder der Grundschule in Merken. Schulleiterin Eva-Maria Rinkens-Seebald unterrichtet und Dr. Stephan Strunk, Leiter des Tagebaus Inden, unterstützt das Projekt. Foto: Margret Vallot

Düren. Die Grundschule in Merken hat ein ehrgeiziges Ziel: Sie möchte Nationalpark-Schule werden. Das bedeutet, dass sich der Unterricht verändern wird. Die Grundschule wird sich ein dem Nationalpark entsprechendes Profil zulegen und zwar innerhalb der nächsten zwei Jahre.

„Wir haben uns beworben und sind jetzt im Zertifizierungsverfahren”, erklärte Schulleiterin Eva-Maria Rinkens-Seebald. Natur und der Schutz der Natur werden in den nächsten beiden Jahren im Unterricht eine besondere Betonung erfahren.

100 Jungen und Mädchen werden in Merken von acht Lehrerinnen unterrichtet. Seit Montag sind alle 100 Kinder im Wald rund um Schloss Burgau zugange. Im Rahmen einer Projektwoche befassen sie sich vier Tage lang jeweils von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr mit Fragen, die Flora und Fauna betreffen. Unterstützt werden sie dabei vom Dürener Stadtförster Rudolf Niehaus.

Der konnte am Montag mit einer Vorführung begeistern, die gleich zwei Klassen in ihren Bann zog: Niehaus hatte verschiedene Tierfelle dabei. Wildschwein, Reh und Hirsch, Kaninchen und das Fell eines Fuchs durften die Kinder anfassen und erleben, wie heftig der Hund des Försters insbesondere auf das Fuchsfell reagierte. Er war beim besten Willen vom Fuchs nicht mehr zu trennen.

Auch Gebisse von Tieren wurden mitten im Stadtwald vorgeführt. Und wie Zähne aussehen, die niemals geputzt wurden, interessierte die Kinder sehr. Auch den schweren Holzklotz, den der Biber rundum so abgenagt hatte, dass man den Abdruck seiner Zähne noch erkennen konnte, werden die Kinder so schnell nicht vergessen.

„Wildnis vor unserer Haustür”, lautete das Motto, zu dem es vier Arbeitsgruppen gab. Mit den Bäumen des Waldes befasste sich die erste Gruppe, die zweite richtete den Blick auf Kleinlebewesen wie Ameisen. Ein Gang über den Forstlehrpfad war die dritte Station, die die Kinder durchliefen, und die Tiere des Waldes standen in der letzten Station auf dem Programm.

Unmittelbar neben dem Dürener Ortsteil Merken befindet sich der Braunkohletagebau Inden. Der neue Leiter des Tagebaus Inden, Dr. Stephan Strunk, hat großes Interesse an den naturkundlichen Ambitionen der Schule. Er sah sich am Montag persönlich im Stadtwald an, was und wie die Kinder lernen.

Angesprochen auf Jugendliche, die als „Baumschützer” bei Buir den Naturschutz ebenfalls sehr ernst nehmen, meinte er: „Es ist nicht so, dass wir uns der Klimadiskussion verschließen.” Wann die Waldbesetzer das Feld räumen müssen, konnte er aber nicht sagen.
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