Düren - Ehrenrunde mit blankem Hintern für die Radarfalle

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Ehrenrunde mit blankem Hintern für die Radarfalle

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
Ins Lenkrad beißt zwar nieman
Ins Lenkrad beißt zwar niemand, der wegen zu schnellen Fahrens geblitzt wurde. Aber auch im Dürener Straßenverkehrsamt landen kuriose Aufnahmen. Foto: imago

Düren. Margret Hausmann möchte man dienstlich vielleicht nicht unbedingt kennenlernen. Dabei ist die Frau mehr als nur freundlich. Und sie hat eine Sammlung von wunderschönen Schnappschüssen parat, auf denen man selbst nicht abgebildet sein will: Margret Hausmann arbeitet im Straßenverkehrsamt, Abteilung Bußgeldstelle.

Sie bekommt die Bilder der so genannten „Starenkästen” zu sehen. Und die haben es manchmal in sich. Geblitzt wird in allen Lebenslagen. Und wer hinter dem Lenkrad nichts besseres zu tun hat, als mit dem Finger das Innere eines Nasenflügels einer genauesten Untersuchung zu unterziehen, dem kann es passieren, sich so verewigt auf einem Foto wiederzufinden. Gerade davon hat Margret Hausmann reichlich Bilder.

Manche Aufnahmen sind aber auch kurios. „In der Karnevalszeit hatten wir mal ein Paar, das als Clowns verkleidet im Autos saß”, erinnert sich Margret Hausmann und legt das passende Beweisfoto auf den Tisch. Oder der Fahrer, der sich mit nacktem Hintern abbilden ließ, während der Beifahrer das Lenkrad hielt. Manche Zeitgenossen fahren offenbar Ehrenrunden, um so fotografiert zu werden. Zum Beispiel auch der jugendliche Fahrer, der gleich beide Arme zum Fenster heraus hält. Oder die beiden Autoinsassen, die beide ihr Gesicht jeweils hinter einer Zeitung verstecken - und trotzdem geradeaus fahren.

Beliebt: Meistertrainer

In die Radarfalle tappen natürlich nicht nur Otto Normalverbraucher, sondern auch prominente Zeitgenossen. Bevorzugt offenbar Meistertrainer im Fußball. Einer von ihnen hat übrigens sehr geschickt seinen Führerschein in der Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika abgegeben. Ein anderer hat Widerspruch eingelegt - der Fall wird noch verhandelt.

Vom Frauen verstehenden Comedian bis zum Sportreporter im Ferrari oder bekannten Volkssängern rauscht auch im Kreis Düren so ziemlich jeder in die Radaranlagen. Besonders effizient sind dabei die modernen Säulen auf der B 56 und der Autobahn A 44. Allein im ersten Halbjahr 2011 hat es 70.300 Verstöße gegeben. Davon 61.693 nur auf der Autobahn bei Jackerath - das sind mehr als 340 Verstöße am Tag.

Die Zahl ist allerdings rückläufig. Im ersten Halbjahr 2010 lag die Gesamtzahl der dokumentierten Verstöße noch bei 82.626 Fällen, wie Hans-Peter Fink vom Straßenverkehrsamt weiß. Der Bekanntheitsgrad der Anlage wird offenbar größer. Im Anhörungsverfahren werden den Mitarbeitern dann durchaus auch unglaubliche Ausreden aufgetischt. „Wir hatten mal einen, der seitenlang geschrieben hat, dass die Stadt Düren ihn persönlich verfolgt und er deswegen so schnell fahren müsse”, berichtet Bernd Christoffels.

Bei den Ausreden sollte man allerdings vorsichtig sein. Formulierungen wie „Ich hatte noch einen Termin” könnten heikel sein. „Dann könnte man nämlich Vorsatz unterstellen und das Bußgeld verdoppelt sich”, warnt Fink. Das wird jedenfalls in Nachbarkreisen so praktiziert.

Eine weniger erfreuliche Geschichte: Auch das Straßenverkehrsamt hat seine Stammkundschaft. Autofahrer, die immer wieder geblitzt werden - bis der Führerschein dann weg ist.
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