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Ehrenamtlicher Einsatz ohne Grenzen

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
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Wer traut sich? Hoffentlich viele! Das wünschen sich Ingrid Lensing und Harry Bander. Foto: Anja Klingbeil

Düren. Harry Bander ist Ehrenamtler mit Leib und Seele. Wenn er von seinem Engagement erzählen, dann tut er das voller Freude und mit leuchtenden Augen. Er hat seine Berufung gefunden.

Die Arbeit mit kranken und alten Menschen. Ganz ohne, dass er dafür Geld bekommt. „Ich finde, diese Arbeit ist sehr viel mehr wert ”, sagt Harry Bander. Seine größte Belohnung ist der Dank der Menschen, denen er hilft.

Und sei es einfach nur, weil er ihnen zuhört, ihnen seine Zeit schenkt. Dabei konnte sich der einstige Kaufmann, der seine Rentenzeit nicht nur zu Hause verbringen wollte, anfangs etwa gar nicht vorstellen, wie das ist, mit Menschen mit Behinderung umzugehen.

Viele Anfragen

„Da hatte ich schon ein wenig Angst”, erzählt Bander. Doch diese ist schnell verflogen. Seit einigen Jahren hilft Harry Bander nun bei der Lebenshilfe. Er bekleidet noch drei weitere Ehrenämter, die ihm das Freiwilligenzentrum Düren vermittelt hat. Und ein fünftes wird wohl bald hinzukommen. Denn Harry Bander ist Feuer und Flamme für das neue Projekt des Zentrums.

„Patent - Trau dich” so der Name. Hinter Patent verbirgt sich „Partner-Engagement”. Gebildet werden sollen ehrenamtliche Teams, bestehend jeweils aus einem Menschen mit Behinderung und einem Nicht-Behinderten. Die Idee dahinter: Nicht alle Menschen sind der Lager von Anfang an oder auf Dauer, ein Ehrenamt alleine auszufüllen. Dies sagt aber nichts über ihre vielfältigen Fähigkeiten aus. „Auch Menschen mit Handicap können - und wollen - sich ehrenamtlich einsetzen”, sagt Ingrid Lensing, Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrums Düren. Finanziell unterstützt wird das Projekt für die nächsten drei Jahre unter anderem von der Aktion Mensch.

Entstanden ist „Patent” aus vielen Anfragen, die das Freiwilligenzentrum hatte. „Menschen mit Handicap oder einer psychischen Erkrankung hatten sich bei uns gemeldet, weil sie sich ehrenamtlich engagieren wollen - aber eben nicht alleine”, erzählt Ingrid Lensing. Es sind nun aber nicht nur Ehrenamtler, die „Patent” braucht, um konkret zu starten, sondern auch Einrichtungen, die sich trauen, Menschen mit Behinderung als Ehrenamtler zu sich zu holen.

„Viele sind doch skeptisch”, hat Ingrid Lensing in Telefonaten bereits festgestellt. Dabei haben Menschen mit Handicap viel zu geben, gehen meist viel offener und selbstverständlicher auf ihre Mitmenschen zu, haben keine Berührungsängste - im Gegensatz zu vielen Nicht-Behinderten. „Es würden beide Seiten etwas lernen und profitieren”, betont Ingrid Lensing. Und vielleicht würden mehr Leute sehen, welche Stärken Menschen mit Behinderung haben. Das jedenfalls wünschen sich Ingrid Lensing und Harry Bander. Dass das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Menschen positiv gefördert wird und auf Dauer als normal angesehen wird.
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