Ehemaliger Ärztepräsident Hoppe ist tot

Letzte Aktualisierung:
Ärztepräsident Hoppe
Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, ist tot. Hoppe starb am Montag (07.11.2011) im Alter von 71 Jahren, wie die Kammer am Dienstag in Berlin mitteilte. „Mit großer Bestürzung hat die Bundesärztekammer vom Tod Jörg-Dietrich Hoppes erfahren”, sagte Kammerpräsident Montgomery. Er war erst im Juni auf dem Ärztetag in Kiel zu Hoppes Nachfolger gewählt worden. Foto: dpa

Düren/Berlin. Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, ist tot. Er hat lange Zeit in Düren praktiziert. Hoppe starb am Montag im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit in Köln, wie die Kammer am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der Pathologe stand zwölf Jahre an der Spitze der Ärztekammer. Die Ärzteschaft verliere viel zu früh einen leidenschaftlichen Kämpfer für den freiheitlichen Arztberuf, sagte Kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery. Er war erst im Juni auf dem Ärztetag in Kiel zu Hoppes Nachfolger gewählt worden.

Hoppe wurde am 24. Oktober 1940 in Thorn an der Weichsel geboren. Ursprünglich wollte er Musiklehrer werden. Nach Medizinstudium und Promotion in Köln war er von 1982 bis 2006 Chefarzt in Düren (Rheinland). Anfang der 70er Jahre organisierte Hoppe den ersten Streik der Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit. 1975 wurde er Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer, 1991 Vizepräsident, acht Jahre später Präsident. Hoppe hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) reagierte bestürzt. „Ich habe mit ihm einen besonderen Menschen kennengelernt, der sich mit Leidenschaft, aber auch mit Augenmaß für die Interessen seines Berufsstandes und die Anliegen der Patientinnen und Patienten eingesetzt hat.”

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Hoppe bekannt, als er vehement Prioritätensetzung für Ärzte einforderte. Noch bei seiner Abschiedsrede auf dem 114. Ärztetag in Kiel sagte er Ende Mai: „Während selbsternannte Ärztekritiker über zu hohe Arzteinkommen schwadronieren, gehen dem Gesundheitswesen die Ärzte aus.” Nötig sei eine Priorisierung, also eine politische Vorgabe, welche Behandlungen die Ärzte zuerst machen sollten. Bahr entgegnete damals, die Versorgung müsse so verbessert werden, „dass Debatten über Rationierung oder auch Priorisierung unnötig werden”.

Montgomery sagte am Dienstag: „In einem politischen Umfeld, in dem täglich um Geld, Macht und Interessen gerungen wird, ist er Arzt geblieben und hat sich seine Menschlichkeit bewahrt.” Der Vorsitzende des Marburger Bunds, Rudolf Henke: „Sein Diktum „Der Patient ist kein Kunde und der Arztberuf kein Gewerbe” muss uns eine bleibende Mahnung sein.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert