Echte Länderspiel-Atmosphäre beim FC Niederau

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Die drei in Düren lebenden Ph
Die drei in Düren lebenden Philippinas Marian Alcarde-LHonneux, Luna Sprick und Norlita Albrecht (von links) haben beim Länderspiel Köstlichlichkeiten aus ihrer Heimat serviert. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Im Franz-Josef-Keimes-Sportpark in Niederau herrscht richtige Länderspiel-Atmosphäre. Die philippinische Nationalmannschaft ist zu Gast und wird gegen die Kreisauswahl antreten, die vor wenigen Wochen so erfolgreich in Langerwehe gegen den FC Bayern München gekickt hat.

Die Truppe wurde von Bernd Lennartz gecoacht und nicht wie in Langerwehe von Wilfried Hannes. Diesmal haben die Dürener verloren, 1:4 hieß am Ende das Ergebnis. Gert Engels, ehemaliger Fußball-Profi aus Düren, hat die Mannschaft an die Rur geholt, und das aus gutem Grund. „Der philippinischen Nationaltrainer Michael Weiss war lange Zeit mein Co-Trainer in Japan. So ist der Kontakt zustande gekommen.” Viele der philippinischen Spieler haben zwar eine Philippina als Mutter, aber einen Vater mit einer anderen Nationalität. Es gibt Spieler, die heißen Oliver Pötschge oder Stefan Schröck, andere tragen italienische Namen wie Anton Del Rosario.

Die jungen Männer kommen aus der ganzen Welt und treffen sich quasi zum Trainingslager. Engels: „Fußball war auf den Philippinen viele Jahre überhaupt kein Thema. Aber jetzt boomt es.” Die Mannschaft will sich für die nächste Weltmeisterschaft qualifizieren und sucht überall auf der Welt Spieler. „Und das ist gar nicht so einfach”, so Engels. „Weil viele ja überhaupt keine philippinischen Namen haben.” Vielleicht, schmunzelt Engels, kämen ja auch seine beiden Kinder demnächst als Spieler für die philippinische Nationalmannschaft in Frage.

Das Team aus Asien ist für knapp zwei Wochen in Düren, danach geht es nach Ingolstadt, wo ein weiteres Trainingsspiel wartet. „Für uns ist das hier eine tolle Atmosphäre”, sagt Gert Engels mit Blick auf die rund 500 Zuschauer in Niederau. „Aber Düren ist eben eine Fußballstadt.” Und für eine gelungene Atmosphäre haben die Fans in Niederau wirklich gesorgt. So wie Jason Marasigam, der extra aus Brühl angereist war, hatten viele philippinische Fans den Weg nach Niederau gefunden, überall im Stadion wehten die blau-weiß-roten Fahnen. „Ich habe die Mannschaft noch nie live gesehen”, so Jason Marasigam. „Nur auf Youtube.”

Auch Marian Alcarde-LHonneux, Luna Sprick und Norlita Albrecht genießen das Fußballspiel. Die drei sind auf den Philippinen geboren und aufgewachsen, leben aber mittlerweile in Düren. Für das Spiel „ihrer” Nationalmannschaft haben sie einen ganzen Tag lang gebacken und gekocht. „Wir wollten hier Essen aus unserer Heimat anbieten”, sagt Marian Alcarde-LHonneux. „Für die Spieler und überhaupt für alle Leute.” Im Angebot hatten die drei Frauen Bananenkuchen, gebratene Nudeln, ein philippinisches Reisgericht und Tofu.”

Für das Team aus den Philippinen war das Spiel in Düren hoffentlich gutes Omen. Denn noch im Juni steht ein erstes WM-Qualifikationsspiel (Vorrunde) an. Gegen Sri Lanka. „Das müsste eigentlich zu schaffen sein”, gibt Gert Engels sich zuversichtlich. „Wir trainieren sehr hart hier in Düren.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert