Düren - Dürens „Unwort des Jahres“: Stadthalle, B56 oder Kreisumlage?

Dürens „Unwort des Jahres“: Stadthalle, B56 oder Kreisumlage?

Von: Sandra Kinkel
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Für Johannes Esser, künstlerischer Leiter des Konzertforums „Cappella Villa Duria“ ist eindeutig „Stadthalle“ das Wort des Jahres in Düren. Foto: Ingo Latotzki
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Die Bonisfatiuskirche soll in Wohnungen umgewandelt werden. „Kirchenschließung“ ist das Wort des Jahres für den Regionaldekan. Foto: S. Kinkel
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„Alles wird gut. B 56 n“ ist Verena Schloemers Wort des Jahres. Foto: Ingo Latotzki

Düren. „Aufmüpfig“ war 1971 das erste „Wort des Jahres“, das die Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt hat Für 2012 war das „Wort des Jahres“ „Rettungsroutine“, als „Unwort des Jahres“ wurde am Dienstag der Begriff „Opfer-Abo“ gewählt. Jörg Kachelmann hatte in Zusammenhang mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn gesagt, das Frauen ein „Opfer-Abo“ hätten. Aber gibt es auch einen speziellen Dürener Begriff, der unser „Wort des Jahres“ sein konnte?

Die „DN“ haben eine kleine Umfrage gestartet. „Mein Wort des Jahres“, sagt Johannes Esser, künstlerischer Leiter des Konzertforums „Cappella Villa Duria“, „ist ganz eindeutig Stadthalle. Die Entwicklung um diese Halle ist eine furchtbare Entwicklung, die einem mittlerweile richtig auf die Nerven geht.“

Für Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz ist das Wort des Jahres „Kirchenschließung“. „Dieser Begriff hat uns in der Gemeinde St. Lukas wirklich geprägt, er wirkte für viele regelrecht bedrohlich.“ Dabei, so von Danwitz, bedeute der Begriff im Grunde nur, dass die Kirche nicht mehr in ihrer jetzigen Größe erhalten werden könne. „Die Kirche wird entwidmet und umgebaut, aber es bleibt ja ein kleiner Raum für Gottesdienste.“

Wenn SPD-Bundestagsabgeordneter Dietmar Nietan ein für Düren typisches Wort nennen soll, fällt ihm ganz spontan der Begriff „ziellos“ ein. „Stadthalle finde ich auch gut, aber 'ziellos' noch besser.“ Er habe den Eindruck, so Nietan, dass in Düren „von der Hand in den Mund gelebt würde“. „Diese Stadt hat überhaupt keine Ziele und keine Strategie. Außer vielleicht, Stadt der Märkte sein zu wollen. Und das ist aber im 21. Jahrhundert zu wenig.“

Für Grünen-Stadträtin Verena Schloemer ist das Dürener Wort des Jahres „Alles wird gut. B56n“. „Ich hatte einfach immer das Gefühl“, so Schloemer, „dass alle der Meinung sind, dass Düren diese Straße braucht, und unsere Stadt dann keine Probleme mehr hat. Deswegen ist das mein Wort des Jahres.“

Thomas Lüttgens, Leiter des Dürener „Komm“-Zentrums und derzeit mit den letzten Vorbereitungen für die Dürener „Skunk“-Sitzung beschäftigt ist total lokalpatriotisch, was sein Wort des Jahres angeht. „Ich entscheide mich für Kreisumlage“, so Lüttgens mit einem Augenzwinkern. „Denn das ist doch aus Dürener Sicht echt doof, dass wir jetzt schon wieder sieben Millionen Euro mehr zahlen müssen.“

Richard Müllejans, Chef des Dürener Servicebetriebes, schließt sich dem „Unwort des Jahres“ von Jörg Kachelmann an. „Opfer-Abo passt doch prima auch auf die Stadt Düren“, meint Müllejans. „Weil wir hier nämlich ständig mehr bezahlen müssen, weil es irgendwelche neuen Vorschriften von der Landes- beziehungsweise Bundesregierung gibt.“

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