Dürens Landrat plant politische Kehrtwende

Von: Marlon Gego
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Wolfgang Spelthahn
Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn.

Düren. Nach dem Bekanntwerden diverser juristischer Probleme hat Wolfgang Spelthahn (CDU), Landrat des Kreises Düren, erste Konsequenzen gezogen. Nach Informationen unserer Zeitung ist Spelthahn dabei, sämtliche GmbHs, an denen der Kreis Düren mehrheitlich beteiligt ist, in die Kreisverwaltung einzugliedern. Für Spelthahn bedeutet dies eine radikale Kehrtwende seiner bisherigen Politik.

In seiner Amtszeit war er an der Gründung von sechs GmbHs beteiligt und musste sich wiederholt den Vorwurf mangelnder Transparenz gefallen lassen. Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Spelthahn am Mittwoch, dass ein Wirtschaftsprüfer dabei ist, ein Gutachten zu erstellen, wie etwa die GmbHs in die Kreisverwaltung einzugliedern sind. Spelthahn begründet dies mit „mehr Transparenz“.

Die Aachener Staatsanwaltschaft beschäftigt sich gleich in drei Angelegenheiten mit Spelthahns Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender von zwei GmbHs, die vom Kreis Düren gegründet wurden: Wegen mutmaßlich zu Unrecht angebotener und bewilligter Boni für den Geschäftsführer der mittlerweile aufgelösten Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung, Michael Müller, sind Spelthahn und Müller der Untreue angeklagt. Ob es zu einem Prozess kommen wird, entscheidet sich wahrscheinlich noch dieses Jahr. Wegen der Finanzierung des mehr als drei Millionen Euro teuren Grönemeyer-Konzerts 2008 über die Indeland GmbH läuft ein Vorermittlungsverfahren. Ebenso bezüglich der Bestellung des Indeland-Geschäftsführers Jens Bröker, dessen Arbeitsvertrag ihm pro Jahr fast 200.000 Euro garantiert. Brökers Aufgaben waren vorher von Angestellten der Dürener Kreisverwaltung wahrgenommen worden.

„Steuergeldverschwendung pur“

Gegenüber unserer Zeitung erklärte der Bund der Steuerzahler NRW, die Gründung kommunaler GmbHs diene häufig der Versorgung von Freunden, Geschäftsführer würden viel zu oft viel zu gut bezahlt. Dies sei „Steuergeldverschwendung pur“.

Spelthahn sagte am Mittwoch, dass es im Kreis Düren künftig keine Geschäftsführerverträge mehr geben werde, sondern solche Aufgaben wenn möglich von kommunalen Angestellten übernommen würden. Durch die Eingliederung in die Kreisverwaltung würden überdies die Politiker im Kreistag mehr Einfluss auf die Tätigkeitsfelder der künftigen Ex-Gesellschaften nehmen können.

Kritiker hatten Spelthahn über Jahre vorgeworfen, durch die Gründung von GmbHs wichtige Entscheidungen an den kommunalen Parlamenten vorbei zu treffen. Das Gutachten des Wirtschaftsprüfers soll den beteiligten Gremien Mitte Dezember vorgestellt werden.

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