Düren - Dürens Krankenhaus im Umbruch

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Dürens Krankenhaus im Umbruch

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
Die „Baustelle Krankenhaus”
Die „Baustelle Krankenhaus” hat der neue Geschäftsführer Dr. Gereon Blum stets im Blick: Allein in diesem Jahr werden 11,7 Millionen Euro in die Einrichtung investiert.

Düren. Mit Beruhigungsmitteln kennt sich der Anästhesist natürlich bestens aus. „Die haben immer Nachwirkungen”, sagt Dr. Gereon Blum, jahrelang in der Notfallmedizin tätig, und seit wenigen Wochen neuer Geschäftsführer des Krankenhauses Düren.

Bei seiner Vorstellung wurde die Erwartung formuliert, mit ihm möge „Ruhe in die Klinik einkehren”. Wie gesagt, als Beruhigungsmittel versteht sich Blum nicht. Wegen der Nebenwirkungen.

Sein Arbeitszimmer ist aufgeräumt. Man könnte auch sagen, von allem Ballast befreit. Keine Regale, wenige Akten, nur ein privater Hinweis findet sich. Der 48-jährige Vater von drei Kindern lebt in Untermaubach. Wenn er nicht arbeitet, kümmert er sich um seinen Garten. Das ist seine persönliche Ruhezone. Das Foto vom Garten steht auf seinem Schreibtisch.

Die Ruhe. „Man darf bei dem Zitat Ruhe nicht im Sinne von ausruhen verstehen”, sagt Blum. „Die Menschen mitnehmen, kann auch beruhigend sein.” Für die Mitarbeiter auf jeden Fall. Die fühlten sich unter Blums Vorgänger nicht immer mitgenommen. Das will er ändern. „Ich versuche, alle gleich zu behandeln, sie in ihrer Gesamtheit mitzunehmen.” Eben, so Blum weiter, eine „kreative Ruhe” zu fördern. Und das in eher unruhigen Zeiten. In der Etage über der Geschäftsführung dröhnt ein Bohrer. Die Sanierung des ehemaligen Schwesternwohnheims läuft langsam an, gegenüber, am Hauptgebäude, werden die Patientenzimmer saniert. Zudem wird die 9. Etage zur Privatstation umgebaut.

„Allein in diesem Jahr investieren wir 11,7 Millionen Euro”, sagt Blum. Gelder, die das Krankenhaus aus dem laufenden Betrieb erwirtschaften muss, weil es dafür kaum Zuschüsse gibt. Dass das gelingt, während landauf, landab über stetig steigende Kosten im Gesundheitswesen gejammert wird, dürfte daran liegen, dass in Düren schon immer sparsam gewirtschaftet wurde und das Dürener Krankenhaus von Anpassungen profitiert hat.

„Und wir haben eine gute Größe, eine gute Lage und Abteilungen, die Universitätsniveau haben”, ergänzt Blum. „Kleine Häuser haben oft Probleme, eine Rundum-Versorgung anzubieten. An einer Uniklinik ist es fast schon wieder zu groß. Bei uns ist alles in einem Haus”, sieht Blum den großen Vorteil der Dürener Einrichtung, die er „überregional für die medizinische Versorgung interessant machen” will. Auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Blum kennt das Dürener Krankenhaus seit 21 Jahren. Als Anfang des Jahrtausends das neue Krankenhausfinanzierungssystem eingeführt wurde, kehrte er nach zwölf Jahren der Anästhesie den Rücken und wechselte in die Geschäftsführung. Nebenbei erwarb er die kaufmännischen Kenntnisse in einem Fernstudium.

Dass der Mediziner Blum Geschäftsführer ist, hat natürlich insbesondere die Ärzte des Krankenhauses gefreut. „Wenn die wegen einer Investition in Geräte zu mir kommen, bin ich da sattelfest”, sieht auch er einen Vorteil, dass ein Mediziner in Entscheidungsfunktion ist. Blum: „Der Schwerpunkt liegt in diesem Haus auf der Medizin.”

Dabei ist Blum längst auch der Kaufmann, der beide Interessen miteinander verbindet. So will er zum Beispiel dafür sorgen, dass Schwestern und Pfleger entlastet werden. Die Idee: Wird den Schwestern der Patiententransport und die Essensversorgung abgenommen, bleibt mehr Zeit für die Patienten. Und da die Stellen nicht abgebaut werden, könnten im Idealfall auch mehr Patienten versorgt werden.

Mehr Zeit für die Patienten heißt für Blum auch mehr Zuwendung. „Wir haben im Jahr 20.000 Patienten und jeder einzelne ist für sich eine Ausnahmesituation. Mit dieser Einstellung muss ich auf die Patienten zugehen. Und nicht mit: Du hast ja nur einen Beinbruch.” Der Kaufmann Blum sieht noch einen anderen wichtigen Punkt: „Zusätzliche Mittel können wir nur außerhalb des Budgets erwirtschaften. Es gibt zunehmend Patienten, die sich nach einer OP drei oder vier Tage ein schönes Zimmer leisten wollen.” Genau das sind dann die zusätzlichen Einnahmen, die weitere Investitionen möglich machen. Investitionen, die allen Patienten zu Gute kommen werden.

Beim Fototermin auf dem Dach des ehemaligen Schwesternwohnheims zeigt Blum auf das eingerüstete Gebäude und erklärt, welche Bereiche schon saniert worden sind. „Links sehen Sie übrigens unseren Park. Vielleicht können wir den auch noch schön gestalten.” Dafür ist Blum durchaus ein Fachmann, wie das Bild von seinem Garten belegt.
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