Dürens Kino steht vor Betreiberwechsel

Von: bugi
Letzte Aktualisierung:
4989409.jpg
Das Dürener Kino steht vor einem Betreiberwechsel. Foto: I. Latotzki

Düren. Stehen Dürens Kinobesucher ab dem 1. April vor verschlossenen Türen? Wenn es nach Meinolf Thies und Lutz Nennman geht, auf keinen Fall. Die Kinobetreiber aus Essen und Hamburg haben das Kino übernommen und wollen ab dem 1. April in Düren an den Start gehen.

Thies: „Wir haben einen gültigen Mietvertrag mit dem Eigentümer des Kinos über 15 Jahre ab dem 1. April.“ Das sieht man beim jetzigen Betreiber, der Comet Cinema GmbH, allerdings anders.

Sprechen will man mit uns trotz mehrfacher Anfragen nicht, aber auf der Internetseite kann man nachlesen, dass sich der Dürener Betreiber „mit dem Eigentümer der Immobilie in einem schwebenden Verfahren“ befinde und „bis zu einer endgültigen Klärung auf juristischer Ebene den Spielbetrieb uneingeschränkt weiter führen“ werde – das auch nach dem 31. März.

An letzteres glaubt der Eigentümer der Immobilie, die DDT Düren BV, allerdings nicht. Justiziar Kai-Michael Görke, der die Eigentümer vertritt: „Der Vormieter hat gekündigt. Wir haben vorsorglich eine Räumungsklage eingereicht, um noch vor dem 1. April ein Urteil zu bekommen.“ Eben auch um zu verhindern, dass der Kinobetrieb unterbrochen wird. Görke: „Der jetzige Betreiber hat wohl nicht damit gerechnet, dass sich die Eigentümer nach der Kündigung einen anderen Betreiber suchen könnten.“

Thies und Nennmann betreiben seit rund zehn Jahren Filmtheater in Lünen und Solingen. Das Dürener Kino, dass ihnen vom Eigentümer angeboten wurde, passt gut in ihr Portfolio. Thies: „Es ist in einer Mittelstadt, liegt sehr zentral, hat eine gute ÖPNV-Anbindung und auch die Innenstadt ist fußläufig gut zu erreichen – die Standortfaktoren passen für uns.“

Alles andere wollen die Kinobetreiber passend machen. Sie planen eine Investition von rund 1,5 Millionen Euro, um das Kino zu modernisieren. Lutz Nennmann: „Das Kino wird komplett neu gestaltet. Wir wollen einen zeitgemäßen, modernen Look erreichen, mit viel Atmosphäre und Gemütlichkeit. Auch der Komfort wird deutlich erhöht.“ So soll die Sitzplatzkapazität zugunsten deutlich großzügigerer Kinosessel reduziert werden. Wie der Umbau geplant wird, ist aufgrund der juristischen Auseinandersetzung noch unklar.

Thies: „Man kann im laufenden Betrieb modernisieren, oder zu einer schwächeren Filmzeit, wie zum Beispiel bei einer EM, für drei Wochen schließen.“ Dass sich die Investition in den Standort Düren rechnet, davon ist Thies überzeugt: „Kino ist alles andere als tot. Allein im letzten Jahr hat die Branche einen Besucherzuwachs von fünf Prozent erlebt. Wir wollen Kino machen, so wie es der Kunde will“, sagt Thies, der in seinen Kinos zum Beispiel auch flexibler bei den Hauptspielzeiten reagiert und auf kommerzielle Leinwandwerbung ganz verzichtet.

Thies kennt sich übrigens in Düren aus. „Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Freundin in Düren“, verrät er. Mal sehen, ob er das neue Kinoprogramm mit einem klassischen Liebesfilm startet. Zum jetzigen Betreiber passt das aktuelle Programm durchaus: „Stirb langsam“...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert