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Dürenerinnen stricken und basteln für die Bolivienhilfe

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Für den Adventsbasar werden die Damen nicht mehr stricken, treffen wollen sie sich aber weiterhin. Foto: smb, stock/Westend61

Düren. Stricknadeln und Wolle in vielen Farben liegen auf den großen Tischen im Papst-Johannes-Haus. Dazwischen einige Dosen mit Keksen und ein paar Tassen Kaffee. Rund um den Tisch sitzen emsige Frauen, von denen alle den 70. und die meisten auch den 80. Geburtstag schon gefeiert haben.

Jeden Montag treffen sich die zehn Damen des Bastel- und Handarbeitskreises der Pfarre St. Anna zum Stricken, Basteln und Häkeln. Sie treffen sich, um gemütlich beisammen zu sein und ein Schwätzchen zu halten.

Pullover nach Bolivien geschickt

Sie treffen sich aber auch, weil sie mit ihrer Arbeit Gutes tun: Alles, was die Frauen stricken, häkeln und basteln, wird verkauft. Beim Adventsbasar und an den Herz-Jesu-Freitagen, früher auch beim Osterbasar und zu weiteren Gelegenheiten. Der Erlös ist für Projekte in Bolivien und den Dürener Karmel bestimmt.

Aber am kommenden Sonntag endet die 40-jährige Geschichte des Bastelkreises. „Wir sind schließlich nicht mehr die Jüngsten“, sagt Aenne Maevis. Die 81-Jährige ist von Anfang an dabei. Damals beschlossen Aenne Groten und ihr Mann, Projekte im bolivianischen Poconas zu unterstützen. Pfarrer Bernhard Gombert hatte die Hilfe für die Arbeit der Trierer Josefsschwestern in Südamerika initiiert. „Früher haben wir auch Pullover nach Bolivien geschickt“, erinnert sich Maria Lausberg (81). Später haben die Koordinatoren der Bolivienhilfe den Damen Bilder gezeigt, auf denen die in einem Heim lebenden Kinder mit den Pullis aus Düren zu sehen waren.

„Heute sind die Transportkosten so groß, da ist es sinnvoller mit Geld zu helfen“, sagt Maria Lausberg. Und das tun die sympathischen Damen.

Sie sind über all die Jahre mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache gewesen. „Und wir haben uns immer sehr über die Resonanz auf unseren Basar gefreut“, betont Aenne Maevis. Aber ebenso wie die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, rückläufig sei, sei auch die Bereitschaft auf Adventsbasaren einzukaufen in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen.

„Für mich ist ehrenamtliches Engagement sehr wichtig“, betont Aenne Maevis. „So bin ich, so sind wir alle hier, erzogen worden.“ Nachfolgerinnen für den Bastel- und Handarbeitskreis haben die Damen keine gefunden. Das finden sie schade, aber sie haben auch Verständnis dafür. „Die jungen Leute verbringen viel Zeit mit ihrer Arbeit, da bleibt weniger Raum für ehrenamtliches Engagement.“

Etwas traurig sind die zehn Frauen schon, dass nun eine Ära zu Ende geht. „Nach den Treffen hier gehen wir immer frohen Mutes nach Hause“, erzählt Maria Lausberg. Und deswegen wollen die Damen auch nicht den Kontakt zueinander verlieren.

Gelegentlich wollen Christel Cardué, Maria Lausberg, Anna Stoffels, Aenne Maevis, Eleonore Keymer, Schwester Birgitta Zens, Marlies Gönemann, Rosemarie Muhlack, Martha Holz und Maria-Anna Gruse sich wiedersehen, um beisammen zu sein und zu erzählen.

Am Sonntag, 30. November, aber werden sie von 9 bis 18 Uhr noch einmal im Papst-Johannes-Haus ihre Produkte zum Verkauf anbieten. Für den Basar würden sich die Frauen noch über Kuchenspenden, die ab 9 Uhr abgegeben werden können, freuen.

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