Dürener Vollblutkarnevalist präsentiert CD für Köln

Von: Sandra Kinkel
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Träumt von einer Karriere im Kölner Karneval: Holger Quast. Foto: Bilderrausch/Die Fotografen

Düren. „Endlich doh“, heißt Holger Quasts erste CD, und ein bisschen könnte der Name Programm sein. Der 39-jährige Vollblutkarnevalist aus dem Dürener Stadtteil Derichsweiler hat sein ganzes Leben Musik gemacht. Früher gemeinsam mit seinem Vater Willi, später allein. Seit zehn Jahren singt Holger Quast, der im richtigen Leben als Vermögensberater arbeitet, und jetzt will er es wissen.

„Ich habe das gemacht, wovon ich schon mein ganzes Leben träume“, sagt er und präsentiert seine erste CD. Holger Quast ist „endlich doh“.

Angefangen hat alles im vergangenen Sommer: Holger Quast hat sich bei „Linus Talentprobe“ beworben und mit ihm hat sich „halb Derichsweiler“ auf dem Weg zum Kölner Tanzbrunnen gemacht. „Das war für mich der Maßstab. Wenn ich hier bestehen kann und nicht ausgebuht werde, wollte ich weitermachen.“ Bei seinem Auftritt in Köln gab es für den Derichsweiler kaum Buh-Rufe, dafür aber viel Applaus.

Also hat er sich bei der Kölner Karnevalsgesellschaft „Kajuja“ beworben. „Die betreiben sehr intensiv Nachwuchs- und Talentförderung“, so Quast. „Auch Bands wie ‚Kasalla‘ sind da beispielsweise dabei.“ Holger Quast ist in ein vierjähriges Förderprogramm aufgenommen worden, nimmt regelmäßig an Vorsingen teil und bekommt Hilfe, wie er seine Lieder noch verbessern kann.

„Vor allen Dingen“, sagt er, „kann ich aber auch bei den Proben der anderen Künstler zuhören. Und man kann sich mit Hilfe der Kajuja ein gutes Netzwerk aufbauen.“ Um wirklich im Kölner Karneval Fuß zu fassen und vielleicht auch das ein oder andere seiner selbst komponierten und getexteten Lieder im Radio zu hören, hat Holger Quast mit dem Produzenten Günter Weber, der auch schon mit den „Bläck Fööss“ gearbeitet hat, eine CD produziert. „Die habe ich Ende Dezember an verschiedene Radiosender in der Region geschickt. Mal gucken, was daraus wird.“

Keine Schlager

Welches Ziel Holger Quast in Sachen Karneval ganz exakt verfolgt, kann er selbst nicht so genau sagen. „Natürlich träume ich davon, irgendwann einmal bei einer großen Kölner Karnevalssitzung aufzutreten. Ich glaube, da träumt jeder von, der im Karneval aktiv ist.“ Wie realistisch dieses Ziel ist, ist für den Derichsweiler schwer einzuschätzen.

„Es kann durchaus sein, dass ich als Pausenfüller zu einer Sitzung eingeladen werde“, sagt er. „Und das würde ich natürlich auch sofort machen. Es ist einfach cool, im Kölner Karneval aufzutreten.“ Schlager oder „Ballermann-Hits“ zu singen, kommt für Quast nicht in Frage. „Ich weiß, dass meine Chancen dann besser wären, weil die Konkurrenz im Karneval so unglaublich groß ist. Aber ich will Kölsch singen. Karneval ist einfach mein Ding.“

Bis jetzt ist Holger Quasts Gesangskarriere noch ein reines Hobby. „Ich habe noch keinen Euro verdient. Im Gegenteil: Für die CD-Produktion, die etwa drei Wochen gedauert hat, die Fotos, Gema-Gebühren und diese ganzen Sachen habe ich schon den Wert einen gebrauchten Kleinwagen investiert.“

Das war es dem Vater eins zwölfjährigen Sohnes wert: „Ich bin schon jetzt jede Woche mit den ‚Blau-Weißen Sternen‘ aus Derichsweiler unterwegs. Und es macht mir einfach unglaublich Spaß zu singen und zu komponieren. Und wenn das mit dem Kölner Karneval klappen würde, würde für mich ein absoluter Traum in Erfüllung gehen.“

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