Düren - Dürener unterstützt ein Jugendorchester aus dem Irak

Dürener unterstützt ein Jugendorchester aus dem Irak

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Im Nationalen Irakischen Jugendorchester musizieren Jugendliche unterschiedlicher Religionen friedlich miteinander.

Düren. „Die Leute, die bei uns mitmachen, brauchen Musik. Das ist einfach so.“ Karl-Walter Kepplers Worte klingen eindringlich. Seit vier Jahren leitet der frühere Lehrer des Dürener Wirteltor-Gymnasiums den Förderverein des „Nationalen Irakischen Jugendorchesters“ – und das mit wachsender Begeisterung. „Ich habe ein schottischen Freund, Paul MacAlindin“, erzählt Keppler

„Der dirigiert dieses Orchester und hat mich gefragt, ob ich ihn und das Orchester nicht unterstützen möchte. Seitdem bin ich dabei.“

Jedes Jahr werden im Irak 55 Musikerinnen und Musiker gesucht, die in einem Sommercamp gemeinsam musizieren und zu einem Orchester zusammenwachsen. „Im ersten Jahr hatten wir 57 Bewerber. Und diesmal 270. Die Resonanz ist unglaublich.“

Die Musiker des Jugendorchesters kommen aus allen Teilen des Irak, es sind Kurden, Araber, Suniten und Schiiten. Auch Christen und Atheisten musizieren hier mit. Karl-Walter Keppler: „Es ist ganz erstaunlich, wie sehr diese Musiker in nur zwei Wochen zu einer Gemeinschaft werden. Dieses Orchester steht wirklich für Einheit und Frieden.“ Und das ist – so paradox das auch klingen mag – im Irak ein Problem. „Wir bekommen weder öffentliche Mittel von der kurdischen noch der arabischen Seite. Weil eben Jugendliche von der jeweils anderen Seite bei uns mitmachen.“

Die Musiker des Internationalen Jugendorchesters sind zwischen 16 und 28 Jahre alt und allesamt Laien. „Viele Musiklehrer sind während des Krieges aus dem Irak geflohen. Es ist uns aber gelungen, dass Musiker des Kölner Gürzenich-Orchesters Sommerkurse im Irak durchgeführt haben. Mit großem Erfolg.“

Dank der Unterstützung des Fördervereins gelingt es auch immer wieder, Auslandsreisen für das Jugendorchester zu organisieren. „Es hat Konzerte in Edinburgh gegeben“, sagt Karl-Walter Keppler. „und auch beim Beethovenfestival in Bonn. Und immer waren die Zuschauer begeistert. Dieses Orchester strahlt einfach etwas ganz Besonderes aus. Es hat einen eigenen Geist.“

Auch in diesem Jahr machen sich die jungen Iraker auf den Weg nach Europa, um in Aix-en-Provence, das gemeinsam mit Marseille in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt ist, zu musizieren.

Und Karl-Walter Keppler, der schon etliche Male in den Irak ist, um an den Sommercamps des Orchesters teilzunehmen, wünscht sich natürlich auch einen Auftritt „seiner“ Musiker in Düren. „Aber die Finanzierung ist natürlich ein Problem“, so Keppler. „Wir brauchen immer Auftrittsmöglichkeiten, für die wie öffentliche Fördergelder beantragen können. Einmal gab es beispielsweise Unterstützung von der ‚British Council‘ ist Großbritanniens internationale Organisation für Kulturbeziehungen Aber wenn das Orchester noch einmal hier in der Nähe spielt, ist vielleicht ein Konzert in Düren denkbar.“

Mehr Infos im Netz:

www.friends-nyoi.com

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