Dürener stürmen ihr neues Stadtmuseum

Von: Margret Vallot
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Interessiertes Betrachten, Staunen und Wiedererkennen waren gestern angesagt. Das neue Stadtmuseum konnte sich über Mangel an Zuspruch nicht beklegen. Foto: Margret Vallot

Düren. Den „Schnuppertag” im Dürener Stadtmuseum haben am Sonntag mehrere hundert Menschen genutzt, um sich einen ersten Eindruck von der neuen Einrichtung zu verschaffen. Und da war keiner, der nicht restlos begeistert gewesen wäre.

Einer der Ersten, die in das geräumige Gebäude in der Arnoldsweilerstraße strebte, war übrigens Bürgermeister Paul Larue. Er hat im „Trägerverein Stadtmuseum Düren” den Vorsitz übernommen, „was uns” wie Bernd Hahne sagte, „natürlich allerhand Türen öffnet”.

Hahne selbst ist stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins. Er und seine rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen in den letzten Wochen und Tagen quasi rund um die Uhr in dem Museum gearbeitet haben. So perfekt und wohlorganisiert wirkte alles. In sieben hellen und freundlich wirkenden Räumen wandert der Besucher durch die Historie Dürens.

Gleich am Eingang befindet sich eines der Glanzstücke des Museums: Josef Winthagens Modell von Düren im Jahr 1634. Der Plan von Wenzel Hollar hängt groß und hervorragend aufgearbeitet direkt vor dem Modell.

Die Urkunde von 747, in der Düren erstmals erwähnt wurde, die „Überbringung” des Annahauptes 1501, die Franzosenzeit: Alles lässt sich bestaunen, kurze Begleittexte machen ständig Lust auf mehr Information.

„Vieles ist nur sehr schlaglichtartig dargestellt”, erklärt Hahne. Kein Wunder: 1543 wurde Düren, das sich damals für uneinnehmbar hielt, innerhalb von zwei Tagen von Kaiser Karl V. und seinen Truppen erobert und dann durch Feuer zerstört. Damals verbrannte auch das Archiv. Aber schon 1620 muss Düren eine blühende Handelsstadt gewesen sein. Listen von Handel und Handwerk künden davon.

Alte Karten, Stadtzeichnungen, Dokumente, uralte Gedenksteine, Funde aus der Römerzeit, ein metergroßes Foto von Düren aus dem Jahr 1956 und die sehenswerte Sammlung Schillings (Ende 19. Jahrhundert) werden ansprechend präsentiert und lassen jedem echten Dürener das Herz aufgehen.

„Wir suchen Alltagsgegenstände”, so Hahne, der bedauert, dass immer angenommen wird, nur berühmte, hochwertige Sachen wären erwünscht. Für den voll funktionstüchtigen Diaprojektor von 1935 (Paternoster-Prinzip, mit Leuchtgas betrieben) werden beispielsweise noch Dias gesucht um eine Original-Diavorführung zu veranstalten.

Das neue Stadtmuseum in der Arnoldsweilerstraße 38 hat ab sofort jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Bei Bedarf wird demnächst auch wochentags geöffnet, „ehrenamtliches Personal ist reichlich vorhanden”, freut sich Hahne. Der Eintritt ist frei, Geldspenden (auch kleine) werden gern genommen. Jeden Dienstag ab 18 Uhr ist „offener Treff”.
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