„Dürener Stadtgespräch“: Zeit für besondere Momente

Von: Ingo Latotzki
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Beruflich viel in der ganzen Welt unterwegs, zum dritten Stadtgespräch in Düren: Kommunikationsberater Ulrich Stockheim gestern vor dem Leopold-Hoesch-Museum. Foto: Ingo Latotzki

Düren. An einem Donnerstagabend im November vergangenen Jahres stand Frank Plasberg in der Birkesdorfer Festhalle und fragt einen Gast, ob er das Freihandelsabkommen TTIP erklären könnte. Plasberg hatte zu dem Zeitpunkt noch keine „Hart aber Fair“-Sendung dazu gemacht, weil er davon ausging, dass kaum einer wüsste, was genau mit dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA gemeint ist.

Plasberg war als Gast beim 2. Dürener Stadtgespräch. Moderator Ulrich Stockheim hatte den TV-Talker auf TTIP angesprochen. Plasberg wollte zeigen, dass er recht hat – also stand er auf, stieg von der Bühne in den Publikumssaal – und machte die Rechnung ohne einen Dürener Fahrradhändler, der ihm ziemlich gut erklären konnte, was TTIP ist. „Kompliment“, sagte Plasberg und setzte sich wieder.

„Das sind besondere Momente“, sagte Ulrich Stockheim, 47, gestern in der Dürener Innenstadt. „Die wünsche ich mir auch jetzt wieder.“ Am Abend des 2. November wird Christian Wulff, 57, in der Birkesdorfer Festhalle sein; der frühere Bundespräsident ist Gast beim 3. Dürener Stadtgespräch. Stockheim wird nur ihn interviewen, zwei Stunden lang. Wulff hat nach seinem Rücktritt 2012 kaum Interviews gegeben, dass er nun nach Birkesdorf kommt, ist deshalb bemerkenswert. Auf einem Unternehmer-Tag in Schwäbisch-Hall haben Wulff und Stockheim beim Abendessen nebeneinander gesessen. „Wir haben uns da kennen und schätzen gelernt“, sagt Stockheim.

Wulff hat schnell zugesagt, für die gute Sache nach Düren zu kommen. Zum Stadtgespräch werden nur Prominente eingeladen, die ohne Gage auftreten. Um Geld geht es trotzdem. Die Besucher zahlen eine Eintrittsspende, die karitativen Zwecken zugutekommt. Aus den ersten beiden Veranstaltungen konnte der Verein „Dürener Stadtgespräch“ 15 000 Euro an verschiedene Projekte in Düren überweisen.

Ulrich Stockheim stammt aus Düren und kommt herum in der Welt. Sein Job bringt das mit sich. Stockheim ist Kommunikationsberater und hat in Köln eine international tätige Beratung aufgebaut. Heute verantwortet er unter anderem die Kommunikation des großen US-amerikanischen Landmaschinenherstellers AGCO in Atlanta, überdies hat Stockheim Fachbücher geschrieben und war als Korrespondent für das Wirtschaftsmagazin „Capital“ in New York. Die Hälfte des Jahres ist der aus Düren stammende Unternehmer unterwegs, bald fliegt er wieder über den Atlantik nach Brasilien.

Mit Ex-Bundespräsident Wulff wird Stockheim über die Lage Deutschlands in der Welt sprechen. Es geht um Ansehen, Erwartungen, Chancen und Gefahren für 2017 und auch um den berühmten Satz von Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland. Stockheim kennt die Themen, er ist auch als politischer Berater unterwegs. Zur Vorbereitung wird er auch Wulffs Buch „Ganz oben, ganz unten“ lesen. Darin geht es um Wulffs Rücktritt, die Ermittlungen gegen ihn, den Freispruch und das Leben danach.

„Wulff hat dazu eine klare Meinung, die er nicht zurückhält“, sagt Stockheim. Auf Wunsch des Ex-Bundespräsidenten zahlen Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre keinen Eintritt, solche Gespräche seien wichtig für das demokratische Verständnis der jungen Generation, sagt Wulff. Vielleicht geht es auch wieder um das Freihandelsabkommen TTIP, wie vergangenes Jahr, als Frank Plasberg auf den Dürener Fahrradhändler traf.

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