Dürener Schüler haben Europa im Kopf

Von: Sandra Kinkel
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Lisa Lehnen, Henrike Romstedt, Ruben Engels, Jan Ricking, Lisa Wesemann, Jonas Wintergalen und Alex Käpää (von links) naus der Jahrgangasstufe 12 des Wirteltor-Gymnasiums haben für eine Woche an einer internationalen Tagung des Europäischen Jugendparlamentes in Tschechien teilgenommen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Immer wenn sie zur Schule gehen, haben sie Europa im Kopf: Henrike Romstedt (18), Ruben Engels (17), Lisa Wesermann (18), Johanna Schneider (19), Jan Ricking (18), Jonas Wintergalen (18), Lisa Lehnen (17) und Alex Käpää (17) besuchen die Jahrgangsstufe zwölf des Wirteltor-Gymnasiums (GaW) in Düren - und das ist seit knapp einem Jahr „Europaschule”.

Damals bekamen die ersten 22 Schulen in Nordrhein-Westfalen diesen Titel, das GaW war mit dabei.

Seitdem wird der Europagedanke groß geschrieben, noch größer als vorher bereits. Es gibt einen Europatag, schon die Kinder aus Unter- und Mittelstufe erarbeiten in Projekten europäische Themen. Um den „perfekten Europäer” geht es da zum Beispiel, aber auch um Politik oder Arbeitsrecht in der EU.

Darüber hinaus gibt es in vielen Fächern Unterrichtseinheiten zu Europa und Henrike, Ruben, Lisa, Johanna, Jan, Jonas, Lisa und Alex waren mit ihrem Lehrer Karl-Walter Keppler für eine Woche bei einer internationalen Tagung des „Europäischen Jugendparlamentes” im tschechischen Jablonec. Lisa Lehnen: „Seit unsere Schule Europaschule ist, beschäftigen wir uns alle viel mehr mit diesem Thema.” Dass das enorm wichtig ist, haben die jungen Leute begriffen. Lisa: „Klar ist es schön, dass man jetzt innerhalb der Europäischen Union überall nur mit dem Personalausweis hinkommt. Aber das ist ja nicht alles.”

Alex Käpää, der mit seinen Eltern aus Finnland nach Düren gekommen ist, ergänzt: „Es gibt wirtschaftliche Vorteile, gerade auch in Zeiten der Krise, wenn Länder zusammenarbeiten. Unsere westlichen Werte wie Menschenrechte werden gestärkt, und dass es über 60 Jahre keinen Krieg mehr gegeben hat, haben wir auch der Europäischen Union zu verdanken.”

„Außerdem ist es toll”, so Ruben Engels, „dass wir ohne Probleme im Ausland studieren und arbeiten können.” Die Schüler profitieren auch in ihrem Schulalltag davon, dass ihr Gymnasium Europaschule ist. Sie haben die Möglichkeit, das „CertiLingua Exzellenzlabel” für besondere Sprachkenntnisse zu erwerben; dieses Label kann sie von Sprachprüfungen an internationalen Hochschulen befreien. Und auch die Teilnahme an der Konferenz des Europäischen Jugendparlaments in Tschechien verdanken sie unter anderem der Tatsache, dass sie an einer Europaschule unterrichtet werden.

Um in Jablonec dabei sein zu können, haben sie zudem eine englischsprachige Resolution über den Kaukasuskonflikt in Georgien verfasst. In Tschechien haben sie mit Teilnehmern aus 13 Ländern über Außenpolitik, Wirtschaft, Verfassung und Menschenrechte diskutiert. „Man lernt neue Leute kennen und baut Vorurteile ab”, so Henrike Romstedt. „Schüler einer Europaschule sind weltoffen.”

Übrigens bekommen Europaschulen keine finanziellen Zuschüsse. „Wir müssen einfach in der Schule anfangen, den Europagedanken in den Köpfen zu verankern”, erklärt Karl-Walter Keppler, warum Europaschule trotzdem mehr ist als ein Titel. „Nur so kann es gelingen, dass der Europagedanke bei der Bevölkerung mehr Bewusstsein erlangt.”
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