Düren/Berlin - Dürener Reaktionen auf Wulff-Rücktritt: „Unumgänglich”

Dürener Reaktionen auf Wulff-Rücktritt: „Unumgänglich”

Von: red
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Düren/Berlin. Nun geht er also doch. Bundespräsident Christian Wulff hat möglicherweise Gefälligkeiten angenommen und gewährt. Nach 598 Tagen im Amt will die Staatsanwaltschaft prüfen, ob das zutrifft und fordert deshalb, die Immunität des Bundespräsidenten aufzuheben. Was sagen die drei Dürener Bundestagsabgeordneten zu den sich überschlagenden Ereignissen?

Und: Braucht Deutschland eigentlich einen Bundespräsidenten? Thomas Rachel (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Grüne) gaben Auskunft.

„Ich bin froh, dass er uns jetzt endlich erlöst”, sagte der grüne Abgeordnete Krischer. Der Rücktritt sei seit langem überfällig, „nur schade, dass es dazu staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen bedurfte und Wulff selber nicht gespürt hatte, dass er sein Amt nicht mehr ausüben konnte”. Krischer hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Wulff habe man nicht mehr ernstnehmen können, zu krass seien die Verfehlungen gewesen. Und was noch schlimmer sei, „das ist die Art und Weise, wie er damit umgegangen ist”.

Bisher, sagte Krischer, „haben wir immer Bundespräsidenten gehabt, die moralische Autoritäten waren”. Diese hätten wichtige Impulse gesetzt und seien Identifikationsfiguren für das Land gewesen. Deshalb möchte Krischer auch keinesfalls das Amt des Bundespräsidenten abschaffen. „Nicht wegen einem einzigen Fehlgriff”, sagte Krischer, der daran erinnert, dass SPD und Grüne seinerzeit einen anderen Kandidaten gewählt hatten. Namen für einen Nachfolgekandidaten wollte keiner der Abgeordneten nennen, obwohl am Freitag schon mindestens sieben Kandidaten im Gespräch waren.

„Erst mal verdauen, was passiert ist”, musste Dietmar Nietan. Für den Sozialdemokraten aus Düren war der Rücktritt „unumgänglich”. Nietan legte allerdings Wert auf die Feststellung, „dass sich Wulff Verdienste um unser Land erworben hat”. Von Hochachtung sprach Nietan, weil Wulff das Thema Toleranz und Integration zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht habe.

Nietan wie auch Rachel sagten, es sei jetzt wichtig, dass die Bundeskanzlerin auf die Opposition zugehe und einen Kandidaten findet, der überparteilich akzeptiert werde. Gerade in Zeiten von Eurokrise und Umbrüchen in der Gesellschaft ist es, sagte Nietan, wichtig, dass es einen Bundespräsidenten von hoher moralischer Integrität gebe, „der in der Lage sei, den Eliten im Land ein paar deutliche Worte zu sagen”. Thomas Rachel sagte, er nehme die Entscheidung von Christian Wulff „mit Respekt zur Kenntnis”. Und: „Wulff stellt Perönliches hinter die Würde des Amtes.”

Die Stärkung des Zusammenhalts in der Gesellschaft rechnet auch Rachel dem scheidenden Bundespräsidenten hoch an. Dieser habe sich für ein gutes Miteinander der Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft eingesetzt.
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