Düren - Dürener nach Ehekrach krankenhausreif geprügelt

Dürener nach Ehekrach krankenhausreif geprügelt

Von: Hartmut Prüss
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Düren. Für die Staatsanwaltschaft spricht vieles dafür, dass es sich bei einer brutalen Attacke, bei der ein junger Dürener binnen weniger Minuten von vier Männern krankenhausreif geprügelt wurde, um einen Fall von Selbstjustiz handelt. Das Opfer hatte offenbar bei Eheproblemen gelegentlich Stress mit seiner Frau.

Vor dem Dürener Schöffengericht spielte der Großvater des jungen Mannes Handgreiflichkeiten zwischen den Eheleuten zwar herunter, ließ jedoch durchblicken, dass der Mann seiner Ehefrau „ein paar Ohrfeigen“ verabreicht habe.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft eskalierte der Familienstreit am späten Abend des 7. Mai 2013. Damals saß das spätere Opfer mit seinen Eltern und Großeltern auf dem Hof ihres Hauses. Kurz nach 22 Uhr seien dann drei Brüder der geschlagenen Ehefrau, 25, 27 und 31 Jahre alt, in Begleitung eines vierten Mannes aufgetaucht.

Der 72-jährige Großvater hatte die ungebetenen Besucher zunächst noch aufgefordert, am Tisch Platz zu nehmen, als Antwort jedoch den Rat bekommen, es sei „besser, sich nicht zu bewegen“, sonst werde es nur noch schlimmer. Unmittelbar danach habe einer der Täter seinen Enkel niedergeschlagen, der überhaupt keine Möglichkeit gehabt habe, sich zu wehren.

Bewusstlos am Boden

Mehr noch: Als das Opfer bewusstlos und schwer verletzt am Boden lag, habe ein anderer Bruder mehrfach mit den Füßen auf den am Boden liegenden Mann und gegen dessen Kopf getreten.

Nach etwa zehn bis 15 Minuten sei das Ganze vorbei gewesen, schilderte der Senior die Situation, die ihn auch fast ein Jahr nach dem Vorfall emotional noch immer sehr stark berührt. Der bewusstlos Geprügelte wurde ins Krankenhaus eingeliefert und musste operiert werden. Auch die Großmutter wurde, nachdem sie in Ohnmacht gefallen war, ärztlich versorgt.

Die drei Angeklagten äußern sich vor Gericht zu den Tatvorwürfen überhaupt nicht. Verschiedene Anträge ihrer Verteidiger hatten am ersten Verhandlungstag immer wieder Unterbrechungen zur Folge, weil sich das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft zur Beratung zurückzog. Die Vernehmung des Großvaters zog sich ebenfalls hin.

Weitere Zeugen sind am ersten Verhandlungstag nicht zu Wort gekommen. Auf sie sind Gericht und Zuhörer gespannt, wenn der Prozess am Dienstag, 15. April, ab 11 Uhr im Saal 1.07 des Amtsgerichts fortgesetzt wird.

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