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Dürener Musiker in China: Ein Publikum will erobert werden

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
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Sieben Konzerte in sieben Städten: Das Landesblasorchester NRW, bei dem auch 14 Musiker aus dem Kreis Düren mitspielen, musizierte in China in ausverkauften Konzerthallen.

Kreis Düren. „Unser Konzertpublikum war interessiert, aber es wollte auch erobert werden. Es war eine große Freude, die vielen Menschen von Stück zu Stück zu begeistern und sich mit drei Zugaben zu verabschieden.“ Seit 15 Jahren ist Renold Quade Leiter des Landesblasorchesters (LBO) Nordrhein-Westfalen, jetzt haben die 70 Musiker – darunter 14 aus dem Kreis Düren – sieben Neujahrskonzerte in sieben chinesischen Städten gespielt.

Nach 2003 war es die zweite Tournee des LBOs im Reich der Mitte. „Es hat sich in den elf Jahren in China sehr viel verändert“, sagt Trompeter Jochen Robertz, für den es die zweite Konzertreise nach China war. „Vor allen Dingen der Bauboom in diesem Land ist enorm.“ Genau wie das Interesse der Chinesen an westlicher Kultur. Alle sieben Neujahrskonzerte waren ausverkauft, und das in Hallen mit bis zu 2000 Plätzen.

„Trotzdem war das Publikum anders als bei uns“, sagt Eric Lennartz (25), der zum ersten Mal in China war. „Die Leute waren wesentlich jünger, es gab Popcorn, die Menschen haben telefoniert. Meistens hat es zwei, drei Stücke gebraucht, bis wir die Menschen wirklich gefangen genommen haben. Dann war die Begeisterung groß.“

Neben den sieben Neujahrskonzerten, die geprägt waren von Wiener Walzern, Polkas, Operetten und Märschen, war für Renold Quade die Tournee in China noch geprägt von drei Gastdirigaten in der Mittelschule Hangzhou, der Universität Shanghai und beim Ausbildungsorchester der Volksbefreiungsarmee China. „Anfangs“, sagt Quade, „habe ich schon eine Art kontrollierte Zurückhaltung gespürt, die aber später immer mehr einem vertrauten Miteinander gewichen ist.“

Jochen Robertz und Eric Lennartz ist bei der Reise nach China einmal deutlich bewusst geworden, in welcher Freiheit sie zu Hause leben. Eric Lennartz: „Die Kommunikation mit der Heimat war manchmal schon schwierig. Zum Beispiel, weil man eben nicht mal eben so etwas in den sozialen Medien posten konnte.“ Und Jochen Robertz ergänzt: „China ist ein Land, das sich sehr schnell entwickelt. Es ist spannend zu sehen, was hier möglich ist.“

Aufgrund des großen Interesses der Chinesen am kulturellen Austausch gebe es ein großes Potenzial, enger in Kontakt zu kommen, berichtet Robertz. Auch für Düren und seine chinesische Partnerstadt Jinhua gebe es dieses Potenzial.

Neben ihren Konzerten und langen Busfahrten – die Musiker des Landesblasorchsters haben im Reich der Mitte etwa 3000 Kilometer zurückgelegt, gab es auch ein bisschen Zeit für ein touristisches Programm. Eric Lennartz: „Und wir hatten Gelegenheit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Das hat mir besonders gut gefallen.“

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