Düren - Dürener Kultur schreibt rote Zahlen

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Dürener Kultur schreibt rote Zahlen

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:

Düren. Der Dürener Kulturbetrieb, dem unter anderem die Musikschule und Schloss Burgau angehören, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Bereits jetzt schiebt der Betrieb für das laufenden Jahr ein Minus von 222.000 Euro vor sich her. Auch Hoesch- und Papiermuseum erzielen nicht die Einnahmen, mit denen im Haushalt geplant wurde. Das Defizit liegt bei 43.000 Euro.

Dennoch geraten die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD nicht in Panik, da der Haushalt insgesamt „nicht so schlecht aussieht“, wie Stefan Weschke (CDU) sagte. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass das im Haushalt prognostizierte Minus von vier Millionen Euro zwar nicht gehalten, aber nicht wesentlich unterschritten wird.

Derzeit muss das Rathaus am Ende des Jahres von einem Minus in Höhe von 4,5 Millionen aus, da das Sozialamt wegen steigender Asylbewerberkosten einen Mehrbedarf von 500.000 Euro angemeldet hat. Sowohl Weschke als auch sein SPD-Kollege Henner Schmidt gehen davon aus, dass der Haushaltsausgleich 2014 nicht in Gefahr ist. Ihren Optimismus begründen sie mit steigenden Steuereinnahmen aufgrund guter wirtschaftlicher Daten.

In diesem Jahr wird die Stadt etwa 1,1 Millionen Euro weniger an Steuern einnehmen. Die Ansätze seien zu hoch gewesen, heißt es in einem Schreiben der Verwaltung. Gestiegen sind in diesem Jahr die Schlüsselzuweisungen des Landes NRW – um vier Millionen Euro.

Aufgrund dieses Wertes und anderer kleinerer Verbesserungen geht der Kämmerer insgesamt von Mehrerträgen von knapp zwei Millionen aus. Den positiven Einnahmen stehen jedoch steigende Ausgaben gegenüber. Abgesehen vom Minus im Kulturbetrieb teilt auch das Jugendamt eine satte Überschreitung des Budgets mit.

Derzeit gehen Fachleute von 2,5 Millionen Euro aus, womöglich werden es auch vier Millionen. Die Mehrkosten ergeben sich vielfach aus wieder steigenden Ausgaben für Heimunterbringungen von Kindern und Jugendlichen. „Die Sozialstruktur Dürens begünstigt diese Werte“, sagte Henner Schmidt.

SPD und CDU wollen sich mit dem Minus im Kulturbetrieb und bei den beiden Museen noch eingehender beschäftigen. In den 222.000 Euro, die der Kulturbetrieb weniger erwirtschaften wird, stecken allein 110.000 Euro, die durch eine Pacht auf Schloss Burgau in die Kassen kommen sollten.

Diese Summe steht im Haushalt unter dem Punkt Einnahmen, obwohl es diese Pacht aus Gastronomie nicht geben kann. Auf Schloss Burgau sollte nach einem Umbau ein neuer gastronomischer Betrieb entstehen. Aufgrund von Behördenauflagen wird daraus zunächst nichts. Die Pacht steht dennoch im Haushalt.

„Bei einem Gesamtbudget von 4,5 Millionen Euro ist die Politik in Absprache mit dem Kulturbetrieb davon ausgegangen, dass diese Summe an anderer Stelle erwirtschaftet werden kann“, sagte Stefan Weschke.

Die Musikschule erzielt knapp 400.000 Euro weniger Teilnehmergebühren. Auch in diesem Bereich seien die Einnahmen im Haushaltsplan zu hoch angesetzt, heißt es aus der Kulturverwaltung. Die Zahlen, die in einen Haushalt eingesetzt werden, beruhen auf Prognosen, die die Fachämter erstellen. Wie eine Kommune wirklich gewirtschaftet hat, ist erst dem Jahresabschluss zu entnehmen.

Zusatz:

"Luftnummern im Haushalt"

Hoesch-und Papiermuseum nehmen durch Eintrittsgelder nicht so viel ein wie im Haushalt veranschlagt. Im Ansatz stehen knapp 60.000 Euro, zur Zeit liegen die Häuser bei knapp 20.000. Grünen-Sprecherin Verena Schloemer, Vorsitzende des Kulturausschusses, sprach von „Luftnummern im Haushalt“. Die Beträge seien unrealistisch hoch angesetzt und von den Museen nicht zu erreichen.

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