Düren - Dürener Kreisbahn: Das Handy wird zum Fahrschein

Dürener Kreisbahn: Das Handy wird zum Fahrschein

Von: Ottmar Hansen
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AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich, DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke und Landrat Wolfgang Spelthahn (von links) stellten gestern einen Prototypen der geplanten Info-Tafeln vor. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Die Dürener Kreisbahn (DKB) macht einen riesigen Sprung in die elektronische Zukunft. Sein Bus-Ticket kann man sich schon bald aufs Handy laden und per Telefonrechnung bezahlen. Wollen Sie wissen, wo Ihr Bus gerade steckt?

Kein Problem: Der aktuelle Aufenthaltsort des Fahrzeugs wird ebenfalls auf das Handy übermittelt. Wer kein Handy nutzt, kann ab 2012 auf Anzeigetafeln an vier Haltestellen in Düren minutengenau ablesen, wann der gewünschte Bus vorfahren wird.

Endloses Warten, Ungewissheit? Vorbei!

Hat der Bus Verspätung oder fällt er aus, werden Alternativen angezeigt. Unsicherheit und endloses Warten an der Haltestelle sollen damit vorbei sein. Die Satellitentechnik macht es möglich. „Aktuelle Fahrgastinformationen auf der Basis von Echtzeit-Daten” nennt die Dürener Kreisbahn das Programm etwas schwülstig. Fast zwei Millionen Euro wird die Umrüstung von 100 Bussen (30 von Partnerunternehmen) auf die neue Technik kosten.

Als Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH überbrachte Hans Joachim Sistenich am Mittwoch einen Zuschuss von 1,24 Millionen Euro zum Projekt. Den Rest der Kosten von 1,95 Millionen Euro zahlt die DKB. Die Leitzentrale der DKB muss an das regionale ÖPNV-Netz angeglichen werden.

Alles muss rechnergesteuert ablaufen, die Bus-Flotte mit GPS-Empfängern ausgerüstet sein. Das elektronische Ticket muss beim Zustieg in den Bus automatisch erkannt und ausgewertet, alle Daten NRW-weit vereinheitlicht werden. Bis zum Frühjahr 2012 sollen die neuen Vorteile für den Fahrgast nicht nur bei der DKB, sondern auch im Kreis Heinsberg und beim Aachener Verkehrsverbund Realität sein.

Die vier neuen elektronischen Info-Tafeln sollen am Zentralen Omnibusbahnhof, am Kaiserplatz, am Stadtcenter und am Kreishaus aufgestellt werden. Am Omnibusbahnhof werden Fahrgäste auch die Abfahrtszeiten der Züge vom Bahnhof angezeigt bekommen. „Die Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs wird weiter verbessert”, freute sich am Mittwoch Wolfgang Spelthahn als Aufsichtsratsvorsitzender der DKB über die vorgestellten Neuerungen.

Der ÖPNV gewinne immer mehr an Bedeutung, wie die Steigerung der Fahrgastzahlen im Kreisgebiet zeigten. DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke zitierte eine Studie, nach der Fahrgäste vor allem an Informationen interessiert sind. Sie wollten wissen, ob ihr Bus pünktlich kommt, das sei ihnen noch wichtiger als der Fahrpreis.

Statt Fahrkarte das Handy vorzeigen

Das Handy wird zum persönlichen Fahrkartenautomaten. DKB-Kunden können ihre Fahrkarten bald bequem von überall aus per Handy kaufen. Das Ticket wird nach wenigen Sekunden aufs Mobiltelefon gesendet. Beim Einsteigen in den Bus zeigt man nur noch sein Handydisplay vor. Bezahlt wird per Handyrechnung oder Prepaid-Karte. 300 Kunden des benachbarten AVV nutzen den Service bereits.

Ein Beispiel für die elektronische Zukunft: Die Wandergruppe kommt in Heimbach aus dem Wald. Das Handy weist den Weg zur nächsten Bushaltestelle. Unterwegs dorthin können die Wanderer bereits per Mobiltelefon die Fahrkarte ordern.

Das radargesteuerte Betriebsleitsystem wird ebenfalls erneuert. Will heißen: Busse werden auf den Straßen der Region künftig noch öfter Vorfahrt bekommen.

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