Dürener Ehepaar verteilt Hilfsgüter für syrische Flüchtlinge in Jordanien

Von: Ingo Latotzki
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Das Dürener Ehepaar Ott hilft in Sri Lanka. Foto: inla

Düren. Ulrike und Hans-Friedrich Ott saßen am Mittwoch wieder elf Stunden im Flugzeug. Wie so oft in den vergangenen Jahren. Allein 14 Mal sind sie seit 2005 in Sri Lanka gewesen. Damals verwüstete der Tsunami das Land. Ehepaar Ott sah das im Fernsehen, las darüber in den Zeitungen und beschloss: wir helfen.

So kam es dann auch, und aus der ersten Hilfe vor gut acht Jahren wurde eine regelmäßige in Sri Lanka. Jetzt sind die Otts auch wieder da und besuchen zwei Waisenhäuser für Mädchen, die sie seitdem unterstützen.

Was damals in kleinerem Rahmen begann, hat sich entwickelt. Das Ehepaar hat in Düren den Verein „Ein Licht für Sri Lanka“ gegründet. 90 Mitglieder sind heute dabei, es sind Menschen, die über ihren Mitgliedsbeitrag (10 Euro im Monat) helfen. Übers Jahr kommen alles in allem 16.000 Euro zusammen, nicht nur Beiträge von Mitglieder, sondern auch Spenden machen die Summe aus.

Die Otts fliegen zwei Mal im Jahr nach Sri Lanka und können jeweils mit 8000 Euro helfen. Das Geld wird nicht bar ausgehändigt. „Wir kaufen Nahrungsmittel oder Schuluniformen, manchmal stehen auch Reparaturarbeiten in einem der Heime an“, sagt Hans-Friedrich Ott. Der 65-Jährige war über drei Jahrzehnte als Kinderarzt in Düren tätig, heute trägt er noch stundenweise den Kittel. Sein Sohn hat die Praxis weitgehend übernommen.

Die Praxis hat für die Hilfsaktionen der Otts immer eine große Rolle gespielt. „Wir haben Fotos ausgehängt, um auf menschliche Schicksale aufmerksam zu machen“, sagt Ulrike Ott, die als Apothekerin in Kreuzau arbeitet. In der Praxis wurde das Projekt Sri Lanka bekannt gemacht und erklärt. Im Lauf der Zeit wurde es auch über andere Kanäle publik, so dass sich mehr und mehr Unterstützung einstellte. Vor Ort in Sri Lanka haben die Otts Hilfe durch einen Buchhalter in einem der Waisenhäuser.

„Er weiß genau, wo Geld benötigt wird“, sagt das Ehepaar. Kein Euro verschwinde so in dubiosen Kanälen, die nicht mehr nachvollziehbar wären . Wenn in Nahrungsmittel investiert werde, achten sie darauf, dass es um eiweißreiche Lebensmittel geht. Die würden besonders benötigt. Ganz aktuell will sich Ulrike Ott um die Ausbildung der Mädchen in den beiden Waisenhäusern kümmern. Wie können sie nach der Schule weitermachen, eine Lehre machen oder nach dem Abitur, das grundsätzlich möglich sei, vielleicht ein Studium in der Hauptstadt Colombo beginnen?

„Uns geht es so gut, da müssen wir einfach helfen!“ Diesen Satz unterschreibt das Ehepaar mit großen Buchstaben. „Wenn wir zurückkommen, sind wir immer wieder geerdet“, sagt Ulrike Ott. Viele Probleme in Düren sind aus der Sicht Sri Lankas keine Probleme.

Um an Geld zu kommen, haben die Otts jedes Jahr einen kleinen Stand auf dem Stadtfest. Dort verkaufen sie Kaffee und Kuchen, der Erlös geht in ihre Projekte.

Kürzlich waren sie in Jordanien, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. Einen ganzen Container mit 15 Tonnen Kleidung, Geschirr, Decken, Matratzen oder Kuscheltieren brachten die beiden Dürener auf die lange Schiffsreise. Hans-Friedrich-Ott war auch schon in Afghanistan und mit seiner Frau mehrfach in Dürens chinesischer Partnerstadt Jinhua. Ott koordiniert den Austausch zwischen den Ärzten. Vielleicht reisen im Herbst wieder Dürener Mediziner nach Fernost. Mit den Otts. Dann sitzen sie wieder rund elf Stunden im Flieger, nicht nach Sri Lanka wie am Mittwoch, sondern nach Shanghai.

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