Dürener CDU lehnt Behelfsbrücke ab

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
bismarckbrücke_bu
Anfang Juli wird die Bismarckbrücke abgerissen. Das die Rur querende Bauwerk kann nicht mehr saniert werden. Eine Behelfsbrücke als Ersatz für den Verkehr wird es nicht geben. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wenn Bagger im Sommer die Bismarckbrücke in Düren abreißen, wird es keine Behelfsbrücke geben. Das will die CDU-Mehrheitsfraktion in der Ratssitzung am Mittwoch (17 Uhr, Stadtverwaltung) entscheiden. Damit wendet sie sich gegen einen SPD-Antrag, der eine alternative Querung zum Inhalt hat.

CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer betonte am Dienstag nochmals, dass ein Behelfsbauwerk zu teuer sei. Die Brücke würde knapp 500.000 Euro kosten und „nur fünf Monate wirklich etwas bringen”, sagt Eßer.

Der kurze Zeitraum ist mit Kanalarbeiten auf der Tivolistraße zu erklären. Zwischen Paradiesstraße und Uhlandstraße muss ein in viereinhalb Meter Tiefe liegender Schmutzwasserkanal erneuert werden. Dazu sei es notwendig, den Straßenabschnitt vier Monate komplett zu sperren. Mit dem Ergebnis, dass die Tivolistraße „sowieso nicht ganz zu befahren wäre”, so Eßer.

Den neun- bis zehnmonatigen Abriss der Brücke und die Kanalerneuerung zeitversetzt anzusetzen, „ergibt keinen Sinn. Kein Bürger hätte Verständnis, wenn erst die Brücke gebaut und danach die Straße wieder gesperrt wird, weil Kanäle erneuert werden”, findet Karl-Albert Eßer.

Zudem unterstrich der Politiker, dass seine Partei die fraglichen 500000 Euro lieber langfristig in Bildung investieren wolle als kurzfristig in eine Brücke, „von der wir später nichts mehr haben”. Mit einer halben Million sei etwa das Lehrschwimmbecken in Derichsweiler zur Hälfte zu sanieren.

Überdies vertraue die CDU der Einschätzung eines externen Gutachters, der festgestellt habe, dass der Verkehr ohne „unerträgliche Behinderungen” umgeleitet werden könne.

Auf der Valencienner Straße gäbe es mit Beginn der Bauarbeiten Anfang Juli zwei Linksabbiegerspuren. Veränderte Ampelschaltungen sollen zudem dafür sorgen, dass der Verkehr an der stark frequentierten Kreuzung Valencienner-/Aachener Straße so abfließen könne, dass „es nicht zu einem Chaos kommt”.

Über Aachener Straße und Johannesbrücke fahren täglich gut 20000 Autos, die Bismarckbrücke wird von rund 14000 Fahrzeugen genutzt.

„Es werden nicht alle Autos über die Johannesbrücke fahren”, sagt CDU-Politiker Eßer. Viele würden den Bereich weiträumig umfahren. „Es ist für uns eine Güterabwägung, aber letztlich sind wir nicht bereit, das Geld für eine derart kurze Nutzung auszugeben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert