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Dürener „Blitz-Marathon”: Knapp am Fahrverbot vorbeigerast

Von: Sandra Kinkel
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Die beiden Polizeibeamten Pete
Die beiden Polizeibeamten Peter Wolff und Ralf Stoffels waren beim Blitzermarathon auf der Brückenstraße in Luchem im Einsatz. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Hier muss einfach was passieren. Die Leute brettern hier durch, und viele telefonieren dabei noch. Wir können froh sein, dass die Mittelstraße in Luchem noch kein Unfallschwerpunkt ist.” Helmut Pohl wohnt in der Mittelstraße. Und ist schon lange über die Verkehrssituation hier erbost.

Als die Polizei jetzt im Vorfeld des „Blitz-Marathons” aufgerufen hatte, geeignete Standorte für die Radarkontrollen zu nennen, hat Helmut Pohl sofort für die Mittelstraße plädiert. „Ich habe einen Brief an die Polizei geschrieben”, erzählt der Mann. „Und innerhalb kürzester Zeit hatten die 20 Nachbarn unterschrieben.” Drei Beamte der Kreispolizeibehörde waren am Dienstag in Luchem mit einem Radarmessgerät im Einsatz, im gesamten Kreis wurde an 40 Stellen gemessen.

In der Mittelstraße in Luchem war die Ausbeute eher gering. Innerhalb der ersten Stunden waren es gerade einmal fünf Autos, die zu schnell unterwegs waren. Ein älterer Herr im Kleinwagen brauste mit 80 km/h durch Luchem. „Er hat Glück”, so Karl-Josef Becker von der Polizei. „Wir ziehen drei km/h ab, das heißt er bekommt kein Fahrverbot.” Aber immerhin drei Punkte in Flensburg und ein Busgeld in Höhe von 100 Euro.

„Der größte Erfolg”, so Landrat Wolfgang Spelthahn, der gleichzeitig auch Chef der Kreispolizeibehörde ist, „wäre, wenn heute überhaupt keiner geblitzt würde.” Mit Aktionen wie dem „Blitz-Marathon”, so Spelthahn, wolle man nicht möglichst viele Raser erwischen. „Wir wollen abschrecken. Zeigen, dass die Polizei präsent ist. Und bei den Menschen das Bewusstsein schaffen, dass Rasen immer noch die Haupt-Unfallursache ist.”

Karl-Josef Becker ist davon überzeugt, dass bei den meisten die Erfahrung, „geblitzt” worden zu sein, schon eine nachhaltige Wirkung habe. „Klar gibt es Autofahrer, die man immer wieder erwischt. Aber das ist wirklich die Minderheit.”

Helmut Pohl und seinen Nachbarn hilft das nicht wirklich weiter. „Am liebsten hätten wird, dass die Mittelstraße ein Tempo 30 bekommt. Hier gibt es zwei Schulbushaltestellen, und die Kinder kommen kaum über die Straße. Und natürlich wäre es toll, wenn die Umgehungsstraße endlich kommen würde.”

Auch wenn der „Blitz-Marathon” am Dienstag nicht wirklich bewiesen hat, dass die Mittelstraße in Luchem eine Raserstrecke ist, gibt Helmut Pohl noch lange nicht auf. „Wir haben noch ein Gespräch mit dem Ordnungsamt der Gemeinde Langerwehe und dem Straßenverkehrsamt”, so Pohl. Wenn schon in absehbarer Zeit weder Tempo 30 noch eine Umgehungsstraße realisiert würde, könnten doch Parkbuchten eingerichtet werden, die helfen, dass die Autos langsamer durch Luchem fahren.

Die Kreispolizeibehörde Düren legt eine erste Zwischenbilanz des Blitzermarathons vor: 1550 Fahrzeuge sind zwischen 6 und 14 Uhr gemessen worden. 47 von ihnen waren zu schnell unterwegs. Innerhalb geschlossener Ortschaften lagen die höchsten Geschwindigkeitsverstöße bei 77 (50 erlaubt) und 48 km/h. Außerhalb geschlossener Ortschaften wurden 75 (50 erlaubt) und 92 km/h (70 erlaubt) gemessen.
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