Düren - Dürener Badesee wird zum Taufbecken

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Dürener Badesee wird zum Taufbecken

Von: Sandra Kinkel
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In bodenlangen Gewändern und in weißen Socken wurden im Badesee neun Christen der „Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Düren-Nord” im Badesee getauft. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Das Szenario wirkt fremd, fast ein bisschen komisch: Es ist Sonntag Morgen, 7.30 Uhr. Zehn weiß gekleidete Menschen stehen bis zum Bauch im Dürener Badesee, alle in einer Reihe hintereinander. Am Ufer des Sees stehen mehr als 100 Personen, zwei Männer spielen Gitarre. Es wird gesungen. Fröhliche Lieder mit religiösen Texten.

Gleich werden im Badesee Düren Nina und Heinrich Gisbrecht, Dennis Diedrich, Jürgen Balcarek, Frank Bayer, Alexander Axstmann, Pascal Schwab, Thomas Pütz und Vitalij Straub getauft.

Von Pastor Karl-Friedrich Kloke, der - ebenfalls ganz in Weiß - auch bis zum Bauchnabel im Wasser steht. Es sind die Mitglieder der „Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Düren-Nord”, die sich hier versammelt haben.

In weniger als einer halben Stunde ist das Spektakel vorbei. Noch am Seeufer hat Pastor Kloke seine neun neuen Schäfchen gefragt, ob sie glauben, „dass Jesus Christus der Sohn Gottes” ist. Nach einem lauten und deutlichen „Ja” gehen Kloke und die Täuflinge ins Wasser. Die beiden Gitarristen stimmen ein fröhliches „Halleluja” an, die Gläubigen fangen lauthals an mitzusingen.

Im Wasser haben sich die Täuflinge hintereinander aufgestellt. Pastor Kloke hält seine Hand über jeden einzelnen, spricht den Taufspruch und taucht jedes neue Gemeindemitglied rückwärts unter in das nur 18 Grad kalte Wasser. Vom Ufer werden Jubelrufe und viel Applaus laut.

Das Wort Baptist, so Pastor Kloke, „stammt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als untertauchen.” Damit sei die Taufe gemeint. „Und deswegen ist das unsere Form der Taufe.”

Im neuen Gemeindezentrum an der Walzmühle, so der Pastor weiter, gebe es noch kein Baptisterium, wo man im Winter taufen könnte. „Deswegen haben wir uns heute zum ersten Mal für eine Taufe im Badesee entschieden. Aber sicher nicht zum letzten Mal.”

Für Badesee-Chef Klaus Schüller sind die Taufen nichts Ungewöhnliches. „Wir haben an den nächsten beiden Sonntagen hier früh morgens noch Taufen von anderen Freikirchen. Das kommt jedes Jahr vor.” Insgesamt sollen fast 50 Menschen getauft werden.

Die frühe Uhrzeit erklärt Schüller so: „Der Badebetrieb darf nicht gestört werden. Um 9 Uhr müssen alle weg sein, dann kommen die Schwimmer.”

Bei der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde gibt es die so genannte „Glaubenstaufe”, das heißt die Täuflinge sind mindestens im jugendlichen Alter, weil sie ihren Glauben persönlich vor der Gemeinde bekennen müssen. „Jesus hat es vorgemacht, dass man öffentlich seinen Glauben bekennt”, so Thomas Pütz (17).

Er sei, so der junge Mann, in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde groß geworden, da gehöre die Taufe als letzter Schritt, um vollwertiges Mitglied der knapp 120-Menschen-starken Gruppe zu werden, einfach dazu.

„Ich war schon sehr aufgeregt”, gibt Pütz zu. „Aber die Taufe war toll. Und ich fühle mich jetzt irgendwie erfrischt. Im doppelten Sinne.” Heinrich Gisbrecht war mit 59 Jahren der älteste der neun Täuflinge, für ihn bedeutete der Tag „ein schönes neues Blatt” in seinem Leben.
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