Düren - Dürener ai-Gruppe sieht Amnesty auf einem Irrweg

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Dürener ai-Gruppe sieht Amnesty auf einem Irrweg

Von: Margret Vallot
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Wollen Amnesty International (ai) von Düren aus „zurück zum ursprünglichen Mandat” bringen: Frank Schnorrenberg und Guido Keller. Mit Postkarten aus ganz Deutschland werden sie von anderen ai-Gruppen unterstützt. Foto: Margret Vallot

Düren. Die Dürener Amnesty-Gruppe hat eine Kampagne gestartet. Die Dürener haben diesmal keinen Potentaten in einem Schurkenstaat angeschrieben. Nein, sie haben alle rund 600 Amnesty-Gruppen in Deutschland kontaktiert.

Bei dieser ungewöhnlichen Kampagne geht es um das Profil der Nichtregierungsorganisation in Deutschland. Dass die Leitung von Amnesty International (ai) in Berlin den Schwerpunkt weg von der Menschenrechtsarbeit hin zu Armutsbekämpfung und anderen Themen verlagert, bringt die Dürener auf die Palme.

Jemand in einem undemokratisch regierten Land vor der Hinrichtung zu bewahren, vor Steinigung, Folter und Gefängnis, dieser wichtigen Aufgaben hat sich Amnesty International verschrieben. Dafür kämpft auch die Dürener Amnesty-Gruppe seit fast 33 Jahren. Nur: Die Menschenrechtler sehen neuerdings ihre eigene Organisation in Gefahr. „Armutsbekämpfung, ein Wohnen in Würde und Müttersterblichkeit in Burkina Faso sind sicherlich wichtige Themen”, so Dürens ai-Sprecher Frank Schnorrenberg. Aber sie verhindern, „dass wir weiterhin als eine Menschenrechtsorganisation wahrgenommen werden”.

„Zurück zum ursprünglichen Mandat”, lautet das Motto der Dürener Postkartenaktion, die intern „viel Staub aufgewirbelt hat”. Die Dürener Gruppe ist zwar nur eine von 600 in Deutschland. Aber es ist eine der wirkungsvollsten und aktivsten, die übrigens bei jeder Kampagne von den beiden hiesigen Bundestagsabgeordenten Dietmar Nietan (SPD) und Thomas Rachel (CDU) unterstützt wird.

Noch ein weiterer Punkt stört die Dürener übrigens. Die Amnesty-Gruppen sind ausdrücklich nicht parteigebunden, sie sind betont ideologiefrei und unabhängig. Um nicht in Konflikte zu geraten, werden sie grundsätzlich im jeweils eigenen Land nicht tätig, nur im Ausland. Von der Zentrale werde aber von diesem Grundprinzip abgewichen.

„Man will auf Menschenrechtsverletzungen in Deutschland reagieren, in einem Land, wo sich jeder an die Gerichte wenden kann”, sagt Guido Kellner (46) und findet das völlig unpassend. Insbesondere, weil ai damit von Prinzipien abweicht, die die Organisation in 50 Jahren einflussreich und schlagkräftig gemacht haben.

Jetzt müsse sich die Basis zu Wort melden. Verlangt wird, dass der Vorstand und das Generalsekretariat eine bundesweite Abstimmung über die Frage der ständigen Mandatserweiterung durchführen. Auf Postkarten, die bei der Gruppe ankamen, haben sich schon reichlich ai-Mitglieder für die Abstimmung ausgesprochen.

Blogger gesucht

Wer sich über die Arbeit der Dürener Gruppe von Amnesty International (ai) informieren will, kann dies im Internet unter http://www.ai-dueren.de tun.

In Düren ist man besonders daran interessiert, neue Mitglieder zu gewinnen, die sich mit dem Internet gut auskennen. In Staaten wie beispielsweise Aserbaidschan werden besonders Blogger wegen ihrer Internet-Veröffentlichungen verfolgt und mit Gefängnis bestraft. Im Blogger- Bereich „fehlt uns ein wenig die Kompetenz”, meinte Schnorrenberg.

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