Düren lebt von seiner Vielfalt - auch im Einzelhandel

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
kaufhofbu
Von Aktionen wie Mitternachts-Shopping und „Düren leuchtet” profitieren Einzelhandel und Stadt gleichermaßen. Und bei der Galeria Kaufhof GmbH hält man Diskussionen über die Zukunft der Warenhäuser in Deutschland für ziemlich überflüssig. Foto: Ingo Latotzki

Düren. „Zwei Drittel der deutschen Kaufhäuser werden schließen” - das ist die Kernaussage einer Untersuchung von Professor Jörg Funder von der Hochschule Worms. Und die sorgt für Wirbel - vor allem natürlich in den Städten, in denen Filialen wie Kaufhof, Woolworth oder Karstadt vertreten sind und demnach bald schließen könnten.

Funder kommt zu dem Ergebnis, dass Warenhäuser insbesondere in Städten unterhalb der 200.000-Einwohner-Marke auf der Kippe stehen würden. „Langfristig stark gefährdet” ist laut Funder demnach auch der Standort Düren.

Nachvollziehen kann man das bei der Kölner Galeria Kaufhof GmbH kaum. Pressesprecher Steffen Kern: „Es ist egal ob sie einen Standort mit 90.000 oder 500.000 Einwohnern haben - es sind immer viele Faktoren, die die Attraktivität ausmachen.”

Die Einwohnerzahl selbst sage auch deshalb nur bedingt etwas aus, weil man sich zudem den Einzugsbereich anschauen müsse. Kern sieht den Dürener Standort als „sehr gut aufgestellt” an und untermauert das mit dem Engagement, das man zum Beispiel in Aktionen wie „Düren leuchtet” sehe. Ein Punkt, den auch Daniel Böttke, Manager des Dürener Stadtcenters, unterstreicht. „Der Kaufhof ist für Düren ein sehr zentraler und vor allem gewachsener Standort.”

Den Filialleiter Peter Pientka beschreibt Böttke als eine der treibenden Kräfte des Einzelhandels in Düren. Mit von ihm angestoßenen Aktionen wie dem Mitternachts-Shopping würde man nicht nur den eigenen Standort positionieren, sondern gleichzeitig auch die Stadt selbst.

Böttke ärgert sich aber auch über diese Diskussion. „das ist immer problematisch, wenn ein Theoretiker solche Untersuchungen verfasst. Und ich glaube nicht, dass Herr Funder den Standort Düren genau kennt.”

Zumal man auch nicht vom schlechten Management insolventer Kaufhaus-Ketten auf andere Unternehmen schließen könne. Böttke: „Diese Diskussion ist eher schädlich und verunsichert die Leute.” Und: sie lässt noch einen anderen Aspekt außen vor. Die Jahre lange Entwicklung, dass sich große Einkaufszentren auf der grünen Wiese ansiedeln und die Innenstädte zunehmend veröden, ist nach Ansicht von Böttke passé. „Der Trend geht wieder in die Innenstadt.” Auch das werde die Standorte weiter stützen.

Und noch ein anderer Punkt spricht aus Sicht der Kaufhof AG indirekt für den Standort Düren: „Es gibt ein gutes Zusammenspiel zwischen Warenhaus und Fachgeschäften”, sagt Steffen Kern. Das ist nicht in allen Großstädten so. Oftmals sorgen die großen Kaufhäuser mit ihrer breiten Warenpalette dafür, dass sich die Fachgeschäfte nicht mehr halten können. Das kann fatale Folgen haben, wenn - wie zuletzt in Solingen mit der Schließung der Karstadt-Filiale - nach dieser Entwicklung auch das einzige Großkaufhaus den Standort verlässt. „Düren lebt von seiner Vielfalt”, sagt Böttke. Spätestens bei „Düren leuchtet” am 31. Oktober wird man das wohl wieder sehen können.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert