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Dreifachbelastung mit und ohne Quote

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Politik ist Männersache. Immer noch! Schaut man in die Stadt- und Gemeinderäte in der Region, so ist von Gleichberechtigung keine Spur. Frauen sind in jedem Ratssaal nur eine kleine Minderheit. Gäbe es Margit Göckemeyer in Nideggen nicht, so wären auch alle Bürgermeistersessel nur von Männern besetzt.

Beispiel Langerwehe: 26 Personen bilden hier den Gemeinderat - darunter ganze drei Frauen. „In der letzten Legislaturperiode waren wir nur zu zweit”, verweist Astrid Natus-Can, erfahrene CDU-Politikerin, ironisch auf einen kleinen Fortschritt. „Es bleibt einfach schwierig, Frauen für die Politik zu interessieren.” Dies sei oft auch abhängig von der jeweiligen Familienphase, sagt Natus-Can Wer gerade eine Familie gegründet habe, werde kaum noch Zeit für die Politik aufbringen können.

Männerübermacht

Probleme, sich gegen die Männerübermacht durchzusetzen, hat die 43-Jährige nicht. Da habe sich der Stil der Auseinandersetzung in den zurück liegenden Jahren verändert. Natus-Can: „Früher wurden die wichtigen Themen unter Männern am Tresen verhandelt. Heute gibt es nicht mehr so viele Kungelrunden.” Auch in der Verteilung der Aufgaben im Rat fühlt sich die CDU-Politikerin gleich behandelt.

Früher war sie für den Schwerpunkt Personal und Finanzen zuständig, eigentlich eine klassische Männerdomäne. Passend zu ihrem Beruf im Bildungssektor ist sie heute für Bildung und Jugendhilfe zuständig. „Ich bin eine erklärte Gegnerin der Frauenquote”, erteilt Natus-Can einem festgelegten Frauenanteil eine Absage. „Damit bringt man nicht mehr und vor allem nicht mehr gute Frauen an den Start.”

Im Stadtrat von Düren stellen Frauen immerhin gut ein Drittel der Abgeordneten (16 von 50). Und mit Gaby Freitag auch eine Vize-Bürgermeisterin. Die SPD-Politikerin ist seit elf Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. „Beruf, Familie und Politik unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Frauen einfach nicht möglich”, weiß Freitag aus eigener Erfahrung. Die gelernte Industriekauffrau hat drei Kinder groß gezogen. Erst jetzt, wo die Kinder erwachsen seien, könne sie sich mit vollem Engagement der Politik widmen.
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