Düren - „Drei Männer im Schnee“: Lachsalven bei Verwechslungskomödie

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„Drei Männer im Schnee“: Lachsalven bei Verwechslungskomödie

Von: Annika Johnen
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Millionär Tobler (rechts) wird für einen armen Schlucker gehalten und schikaniert, während der arbeitslose Werbefachmann Hagedorn (links) eben die Segnungen eines reichen Mannes im Hotel genießt. Foto: Johnen

Düren. Die Verwechslungskomödie „Drei Männer im Schnee“ hat mit ihren vielen Missverständnissen jetzt die Zuschauer im Haus der Stadt zum Lachen gebracht. Erich Kästner verfasste das Stück 1934. Das Filmtheater Essen führte seine Komödie auf. Millionär Tobler (Markus Veith) beteiligt sich unter falschem Namen am Preisausschreiben seiner eigenen Firma, gewinnt tatsächlich den zweiten Preis und reist somit für zehn Tage in das Grandhotel Bruckbeuren in den Alpen.

Dort will er sehen, wie die Menschen dort auf einen armen Schlucker reagieren. Tochter Hildegard (Marylin Pardo), die einzige mit vollem Durchblick, bereitet das Hotel auf den Besuch des verkleideten Millionärs vor, jedoch wird vor Ort fälschlicherweise der arbeitslose Werbefachmann Dr. Hagedorn (Sebastian Coors) für den reichen Mann gehalten und verwöhnt.

Tobler hingegen wird in eine kleine Dachkammer gesteckt und schikaniert. Hagedorn und Tobler schließen schnell Freundschaft, und als Hildegard und Hausdame Kunkel (Regisseurin Saskia Leder) nachreisen, verliebt sich die Millionärstochter in den Werbefachmann. Gemeinsam reisen letztlich alle nach Berlin zurück, nachdem Tobler aus dem Hotel geekelt und der Portier Polter (Dirk Volpert) zu seinem Entsetzen über die Verwechslung aufgeklärt wurde.

Mit viel Ironie, Situationskomik und Wortwitz schaffte es das Essener Ensemble, die Zuschauer zu begeistern. Bühnenbild als auch die Kostüme und die Maske ganz nach Schwarz-Weiß-Film Manier schlicht gehalten, stellte eine gelungene Abwechslung zum sonst so reizüberfluteten Alltag dar. Die Individualität der Charaktere kam somit sehr gut zur Geltung.

Die Aufdringlichkeit

Jeder für sich hatte seine eigene Art, das Publikum zu amüsieren. Hausdame Kunkel bestach durch ihre Fürsorglichkeit und Naivität, wohingegen sich die oberflächliche, selbstverliebte Frau Casparius (Co-Regisseurin Kirsten Annika Lange) mit ihrer Aufdringlichkeit gegenüber den Männern selbst zum Gespött machte.

Auch der bescheidene und vernünftige Dr. Hagedorn hatte es schwer ihr zu entkommen. Mit seiner fast schon kindlichen Hilflosigkeit, die ihm ins Gesicht geschrieben stand, war ihm das Mitgefühl sowie die Sympathie der Zuschauer sicher. Besonders glänzte jedoch Markus Veith in der Rolle des Tobler mit einer herzlichen und bodenständigen Art.

Mit seinem für einen Millionär untypischen Verhalten und einer guten Portion Ironie konnte die Figur Tobler das Publikum für sich gewinnen. Für die meisten Lacher sorgte aber Diener Johann (Joeri Burger), wenn er sich wieder durch seine Ungeschicktheit um Kopf und Kragen redete.

Schauspieler mit eindrucksvoller Mimik und Gestik, ein Bühnenbild und Kostüme, die mit dem Charme des Schwarz-Weiß-Films bestechen und eine unterhaltsame Geschichte – eine rundum gelungene Aufführung, die es zu besuchen lohnt.

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