Nideggen - Drei Künstler finden einen gemeinsamen Nenner

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Drei Künstler finden einen gemeinsamen Nenner

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Laudatorin Dr. Dagmar Preising (links) führte in die Werke von Muna Götze, Andreas Bliemel und Peggy M. Kanacher (v.l.) ein. Foto: avl

Nideggen. Mit der Ausstellung mit Werken von Peggy M. Kanacher (Skulpturen) sowie der Maler Andreas Bliemel und Muna Götze unterstreicht die Stadt Nideggen einmal mehr ihren Anspruch eines hochwertigen Kunststandortes in der Region.

„Das Atelierhaus Götze zeigt in dieser Ausstellung drei völlig unterschiedliche Künstler, die jedoch auch einen gemeinsamen Nenner haben“, so die Laudatorin Dr. Dagmar Preising, Kuratorin am Suermondt-Ludwig-Museum und Leiterin des Couven-Museums in Aachen. „Alle Arbeiten bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion und stellen das Menschsein in den Mittelpunkt.“

Die Bilder von Andreas Bliemel, klein- und großformatig, zeigen die Virtuosität im Umgang mit Farben, Farbkombinationen und abstraktem Farbauftrag. Darüber hinaus überzeugt er mit seiner künstlerischen Auseinandersetzung des Menschen und seines Daseins. Selbst bei dem zentral gezeigten Riesenformat mit abstrahiertem Hintergrund besticht seine Arbeit durch das Herausarbeiten eines Seelenzustands des abgebildeten Frauenkopfes.

Die großen Augen des Portraits geben trotz Abstrahierung einen unmissverständlichen psychologischen Zustandsbericht. „Andreas Bliemel setzt sich nicht nur mit dem Hier und Heute auseinander, sondern auch mit der Kunstgeschichte“, erklärt Preising. Sie attestierte den Bildern des 1950 in Dresden geborenen Künstlers eine geballte Dynamik und Bewegtheit, die gefangen nimmt. Sein Wissen und die Freude am Malen gibt Bliemel auch seit Jahren in Malkursen etwa in der Kunstakademie Heimbach weiter.

Zwischen den Kunstwerken springen dem Besucher die meist kleinformatigen Bronzeskulpturen von Peggy M. Kanacher ins Auge. In ihren Skulpturen vereint sie die Liebe zum fantasiebegabten Formen mit handwerklichem Können der Materialverarbeitung von Bronze. Auch bei der in Niederzier lebenden Künstlerin spielt der Mensch in ihren Werken eine zentrale Rolle. Ihre Figuren sind meist nackt, schlank und länglich aber oft auch rundlich.

Kernfragen des Lebens begegnet die Künstlerin mit der ihr eigenen Sichtweise – auch beispielsweise durch das christliche Symbol des Kreuzes. Bei der Künstlerin gehört der Sockel der Skulptur – auch in unterschiedlichen Materialien – mit zur formalen Einheit. Sie sind mit großem Bedacht ausgewählt und oft mit viel Aufwand gesammelt und präpariert. Natursteine, geformt, dienen genauso als Träger wie Glas, Stahl oder andere Materialien.

Die Gastgeberin und selbst ausstellende Malerin Muna Götze begeistert – geprägt durch ihre arabischen Wurzeln – mit ihren abstrakten Farbwerken auch als eigenständige Verbindung oder gar als gelungene Symbiose der arabischen und europäischen Kulturen. Für die Autodidaktin, die erst seit 2005 als Malerin aktiv ist, steht die Farbe und ihre Wirkung im Mittelpunkt ihres Schaffens. In ihren starken Farbauswahlen finden sich deshalb auch gerne die Farbe Gold und arabische Schriftzeichen ein. „Das Moment der Abstraktion, das Wegbewegen vom Gegenständlichen, ist bei Muna Götze von den drei Künstlern am stärksten ausgeprägt“, attestierte Dagmar Preising.

Vorzugsweise arbeitet Muna Götze mit Acryl. Die Farbe vermischt sie gerne mit Sand und trägt das Gemisch mit den Händen auf die Leinwände auf. Mit den so entstehenden Reliefstrukturen erreicht sie eine Dreidimensionalität, die ihre Malerei unverwechselbar macht. Vorwiegend zeigt die Malerin helle Farbklänge, aber auch düstere Aspekte fehlen bei Götze nicht. Allen Bildern ist eines gemein: Götze lässt Gefühle des Lebens, des menschlichen Daseins einfließen, denen sich der Betrachter nicht entziehen kann.

Für den musikalischen Rahmen der Vernissage sorgten die Flötistinnen Susanne Rögele und Sandra Prinz.

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