Düren - Drei Jahre Haft nach zwei nächtlichen Axt-Attacken

Drei Jahre Haft nach zwei nächtlichen Axt-Attacken

Von: hp
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Düren. Das Schöffengericht hat keinen Zweifel, dass ein 24 Jahre alter Angeklagter in der Nacht zum 24. Oktober 2013 zweimal mit einer Axt oder einem ähnlichen Werkzeug zugeschlagen hat.

 Es verurteilte den Dürener wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Im Zusammenhang mit dem ebenfalls angeklagten Tatvorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte bei einer Verkehrskontrolle am 5. November wurde er freigesprochen. Wie bereits nach dem zweiten von vier Verhandlungstagen berichtet, konnte der Angeklagte damals nicht wissen, dass er bei einer handgreiflichen Rangelei einen 56-jährigen Polizeibeamten in Zivil vor sich hatte.

Viel gewichtiger war indes die blutige Tat an der Rurstraße. Der Vorsitzende Richter Peter Lüttgen schloss in seiner Urteilsbegründung nicht aus, dass im Hintergrund des Zwischenfalls die Rivalität zwischen Rocker-Gruppen oder auch ein Streit im Drogen-Milieu Ursache sein könnte. Bei der Beweisaufnahme sei der Eindruck entstanden, dass in jener Nacht eine Tätergruppe wie ein „Rollkommando“ aufgekreuzt sei. Nach der kurzen aber heftigen Auseinandersetzung wurden zwei Brüder mit einer Axt, einer Machete oder einem anderen gefährlichen Werkzeug schwer verletzt.

An den Verhandlungstagen hatte Verteidiger Yücel Arslan immer wieder versucht, die Glaubwürdigkeit der beiden Geschädigten zu erschüttern. So ließ er zuletzt erfolgreich überprüfen, dass sein Mandant nie in einem bestimmten Haus an der Rurstraße gewohnt oder verkehrt hatte, wie dies der 29-jährige Opfer, der eine tiefe Schnittverletzung an der Hüfte erlitten hatte, behauptete. Das Gericht räumte zwar ein, dass es Widersprüche bei den Zeugenaussagen gegeben habe, glaubte aber vor allem dem 28 Jahre alten Mann, der vor seiner Haustür eine 20 Zentimeter lange Schnittverletzung vom Schienbein bis zum Knie davon getragen hatte.

Er behauptete bis zuletzt, den Angeklagten als Angreifer und Verursacher erkannt zu haben. An seinen Schilderungen zweifelte auch Staatsanwältin Deborah Hartmann nicht. Sie vermutete eine Art Racheakt oder Selbstjustiz und plädierte für eine Haftstraße von drei Jahren und zehn Monaten. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch.

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