Düren - Drei Jahre Haft nach Messerattacke auf Ehemann

Drei Jahre Haft nach Messerattacke auf Ehemann

Von: mv
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Düren. Eine Dürenerin (43), die im Juli 2009 ihren Mann mit einem Küchenmesser attackiert hat, musste sich am Dienstag vor Gericht verantworten.

Zwei Stiche brachte sie dem Mann (48) bei, er konnte gerettet werden. Die Frau wurde gestern zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die Ehe muss für die Angeklagte ein Martyrium gewesen sein. Das konnte man am Dienstag den stockend vorgetragenen Schilderungen der Frau entnehmen. Sie hatte im Alter von 15 Jahren ihren Mann kennengelernt, hatte als 17-Jährige eine Affäre mit einem anderen und dann doch das spätere Opfer geheiratet.

Die Jugendsünde habe er ihr 20 Jahre lang immer wieder neu vorgeworfen, beteuerte die Frau. Sie schilderte ihren Mann als extrem eifersüchtig. Und: Etwa einmal im Monat sei es zu grauenhaften Streits gekommen, sie sei geschlagen worden und habe in den letzten Jahren abends regelmäßig so viel Alkohol getrunken, dass sie manchmal vom Stuhl gefallen sei.

Zwei Kinder kamen zur Welt. Eines Tages habe der Mann die Tochter so sehr verprügelt, dass die Polizei geholt werden musste. Der Gatte durfte zehn Tage das Haus der Eheleute nicht mehr betreten. Später baute der Sohn einen Autounfall, und die Angeklagte gab ihm Geld. Auch wurde Geld für einen Urlaub und andere Annehmlichkeiten ausgegeben.

7000 Euro Schulden sollen entstanden sein. Der Ehemann war wohl im Unklaren über die Finanzen der Familie. Als ihm ein Brief von der Bank in die Finger fällt, macht die Angeklagte ihrem Mann vor, die Bank habe sich geirrt, sie habe schon einen Termin vereinbart. Doch diesen Termin gab es nie.

Die Sache eskaliert, als sie ihren Mann davon abhalten will, zur Bank zu gehen, um sich selbst um die Schulden zu kümmern: Sie sticht mit einem Messer (Klinge und Schaft insgesamt zwölf Zentimeter lang) auf ihn ein, nachdem er sich auch durch Zärtlichkeiten nicht von seinem Vorhaben ablenken lässt.

Die Ehe wird in Kürze geschieden, die Eheleute können wieder miteinander sprechen, und auch mit den Kindern hat man wieder Kontakt. Staatsanwalt Ralf Bläser forderte drei Jahre und sechs Monate Haft, der Anwalt hielt eine Bewährungsstrafe für angemessen. Das Gericht entschied: Die Frau muss hinter Gitter.
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