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Dramatischer Rückgang: Schiris im Fußballkreis Düren

Von: Franz Sistemich
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Bernd Jungherz, der Schiedsrichterobmann des Fußballkreises Düren, spricht von einer „dramatischen“ Entwicklung. Foto: Sistemich
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Typische Szene eines Fußballspiels: Rudelbildung. Schiedsrichter haben es während der 90 Minuten nicht leicht.

Kreis Düren. Der Fußballkreis Düren schlägt Alarm: Im vergangenen Jahr meldeten sich 53 Schiedsrichter ab. 22 Jungschiedsrichter und 31 Senioren-Spielleiter hatten keinen Bock mehr, Wochenende für Wochenende (oder auch unterhalb der Woche) auf Sportplätzen oder in Hallen auf die Einhaltung der Spielregeln zu achten. „Die Zahl ist dramatisch“, sagt Bernd Jungherz.

Der Bergsteiner ist seit 50 Jahren Schiedsrichter, seit 2004 Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses, seit 2008 Kreisschiedsrichterobmann (KSO) des Fußballkreises. Einen derartigen Rückgang hat Jungherz noch nicht erlebt: „30 Abgänge innerhalb von zwölf Monaten waren bisher die Spitze“, erinnert sich der KSO.

Nun stehen zwischen Jackerath und Hergarten, Wissersheim und Vossenack nur noch 171 aktive Senioren-Schiedsrichter zur Verfügung. Es waren einmal über 200. Und deshalb hat der Fußballkreis – siehe auch Meldung „Fußball: Das Problem . . .) – die Fußballvereine für den kommenden Montag zu einer Veranstaltung eingeladen. „Wir müssen die Vereine sensibilisieren, mehr für den Schiedsrichternachwuchs zu tun“, kündigt Jungherz an.

Eine Erklärung für den starken Rückgang ausgerechnet im vergangenen Jahr haben die Verantwortlichen um den Kreisschiedsrichterobmann nicht. Die Gründe, die die Ex-Referees angaben, sind vielfältig: Neun nannten Desinteresse als Grund. Je acht ehemalige Spielleiter gaben berufliche Gründe an oder traten wiederholt zu Spielen nicht an. Das Alter nannten sechs Schiedsrichter. Je fünf nannten wiederholte Spielabsagen und Krankheit als Grund.

Noch kann der Kreisschiedsrichterausschuss in der Regel noch bis zur Kreisliga C Spielleiter entsenden. Noch kann er im Jugendbereich den Wünschen der Vereine nach neutralen Spielleitern bis zur C-Jugend nachkommen. Aber wie lange noch? Im benachbarten Fußballkreis Euskirchen werden Partien der Kreisklasse C generell nicht mehr besetzt.

Was also tun, um die Situation zu verbessern? „Die Vereine müssen sich im Klaren sein, dass es ihre Schiedsrichter sind, nicht unsere. Wir bilden sie nur aus und bilden sie fort“, betont Jungherz. Wenn die Klubs keine Spielleiter stellten, dürften sie auch nicht aufschreien, wenn Partien nicht mit Neutralen besetzt werden könnten.

Allerdings müssten auch die Vereine sich Gedanken machen, wie so manches andere Problem gelöst werden kann: das Verhalten der Spieler gegenüber dem Referee wie auch das der Zuschauer gegenüber der neutralen Instanz, auch wenn sie noch so jung ist.

Deshalb will der Kreisschiedsrichterausschuss auch nicht auf die jungen Assistenten an der Seitenlinie verzichten: „Wir wollen sie auch dort ausbilden. Wenn wir auf sie verzichteten, hätte sie eine Gelegenheit weniger, Praxis zu sammeln.“ Am Montag treffen sich die Vereine, Ende Januar beginnt der nächste Schiedsrichterlehrgang. Knapp 20 Anmeldungen gab es bis Weihnachten. Ob die Tagung in zwei Tagen noch einen Schub bewirkt?

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