„Dorv”-Laden: Nach stürmischem Auftakt kehrt Normalität ein

Von: Dietmar Engels
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Zdzislawa Ulbrich (69) kauft a
Zdzislawa Ulbrich (69) kauft ausgesprochen gerne im „Dorv”-Laden ein. Sie findet die Preise „okay” und fühlt sich von Michael Schmitz und dem übrigen Personal freundlich behandelt. Foto: Dietmar Engels

Düren. Weder von außen noch innen unterscheidet sich der Laden gegen der St. Antonius Kirche im Grüngürtel wesentlich von anderen Geschäften in dieser Größe. Er ist aber schon etwas Besonderes, denn er wird von „In Via”, dem Fachverband der Caritas für Wohnungslosenhilfe betrieben.

„Der Laden läuft ganz gut”, sagte am Mittwoch „In Via”-Geschäftsführer Norbert Schoeller. „Wir sind auf einem guten Weg”.

Der „Dorv”-Laden ist seit dem vergangenen Oktober geöffnet. „Dorv” bedeutet „Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung”. Es geht um Projekte, die Lücken füllen sollen, die durch Schließung der vorher vorhandenen Geschäfte entstanden sind.

Im Grüngürtel gab es lange Zeit kein Geschäft mehr, in dem man den täglichen Bedarf decken konnte. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren entschloss zum Handeln und fand in „In Via” schließlich einen geeigneten Kooperationspartner.

Leitungsposten vakant

In den Tagen nach der Eröffnung quoll das Geschäft förmlich über vor Menschen. Jetzt, da sich die Neugier gelegt hat, kann man von einem Ansturm nicht mehr sprechen. „Da haben wir durchaus mit gerechnet”, so Norbert Schoeller. „Die Umsätze sind aber keineswegs so eingebrochen, dass wir das Projekt gefährdet sehen. So etwas braucht halt seine Zeit”.

Ein Problem zur Zeit ist, dass der Laden „kopflos” ist. Schoeller: „Der von uns eingestellte Leiter steht schon seit längerem nicht mehr zur Verfügung. Wir suchen dringend eine Person, die Leitungsaufgabe übernimmt. Doch qualifiziertes Personal ist schwer zu finden”.

Den sechs Beschäftigten attestiert der „In Via”-Geschäftführer „viel Engagement und eine hohe Motivation”. Das ersetze aber nicht die Fachkompetenz, die zur Führung eines solchen Ladens nötig sei.

Zusätzliche Angebote sollen dafür sorgen, dass der kleine Supermarkt zu einem Kommunikationszentrum für den Stadtteil wird und entsprechend viele Menschen aus dem Grüngürtel anzieht. Das kleine Café im Geschäftsraum soll in der wärmeren Jahreszeit durch eine Außengastronomie ergänzt werden. Auch will die Caritas in dem Laden demnächst Sprechstunden den anbieten. Auch die Einrichtung eines Lieferdienstes ist geplant.

Preise „völlig In Ordnung”

Die Preise in dem Laden bewegen sich in etwa auf dem Niveau von so genannten Vollsortimentern wie Edeka und REWE. Zdzislawa Ulbrich (69) findet die Preise „völlig in Ordnung”. Sie wohnt gleich um die Ecke und kauft fast täglich in dem Dorv-Geschäft ein. Die Rentnerin: „Und wenn ich hier ein paar Cent mehr als anderswo bezahle: Ich habs nicht weit, die Frische stimmt, die Auswahl auch, das Personal ist freundlich - was will ich mehr? Ich finde das Projekt jedenfalls ganz toll”.
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