Düren - „DN”-Talk: Viele Ideen, aber keine einheitliche Linie

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„DN”-Talk: Viele Ideen, aber keine einheitliche Linie

Von: Margret Vallot
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Diskutierten kontrovers: Barth
Diskutierten kontrovers: Barthel Labenz vom Innenstadtforum, Architekt Professor Meisenheimer, Geschäftsmann Uwe Gunkel und Stadtcenter-Manager Daniel Böttke sowie „DN”-Redaktionsleiter Ingo Latotzki (v.r.).

Düren. Ist die Stadthalle an der Bismarckstraße die Seele der Stadt oder ist sie nur ein elender Steinhaufen, den man besser heute als morgen beiseite räumt? Die Meinungen gingen weit auseinander beim „DN”-Talk im Komm-Zentrum.

Doch nicht nur die Stadthalle war Thema im Gespräch mit Bürgermeister Paul Larue, Architekt Professor Wolfgang Meisenheimer, Uwe Gunkel von der IG City, Bartel Labenz vom Innenstadtforum und Daniel Böttke, dem Manager des Stadtcenters. Ihnen allen und den mehr als 100 Gästen ging es um die Fragen: Wie soll sich Düren entwickeln? Was ist zu tun, damit Düren ein Stück lebenswerter wird?

Für den Niedergang der Stadthalle als Bauwerk und Veranstaltungsort musste sich zunächst der Bürgermeister fast schon persönlich rechtfertigen. Für viele ist die Halle ein Symbol schlechter Kommunalpolitik. Doch Larue erinnerte daran, dass alle Pläne, auch die, die Halle dem Investor zu überlassen, im Rat fast einmütig gefasst wurden. Und: „Die Stadthalle wurde nicht mehr angenommen.” Larue setzt jetzt offenbar alle Hoffnungen in den neuen Investor aus Hamburg und seinen Architekten, der eine Kombination aus Hotel, Handel und Gastronomie plant.

Kaum einer seiner Mitdiskutanten konnte diesen Plänen vorbehaltlos zustimmen. Vor allem Meisenheimer nicht, der meinte, gerade Geschäfte seien dort - etwas abseits der Innenstadt - absolut fehl am Platz. Dies auch, weil dann die Historie des Ortes völlig vernachlässigt werde. Noch mehr Geschäfte bei einem Leerstand von fast 50 Läden in der City?

Die Herren Gunkel und Böttke zögerten, warnten sogar: für zusätzliche Verkaufsfläche sei die Kaufkraft in Düren nicht da. Labenz fand: „Der neue Investor kommt zu früh.” Es müsse erst ein Gesamtkonzept erstellt werden, das die Leerstände, die Erneuerung des Bahnhofsumfeldes, den Langemarkpark und die Fußgängerbereiche einbeziehe. Labenz wollte die Stadthalle nicht isoliert sehen, sondern nur „im Rahmen eines nachhaltigen, zusammenhängenden Prozesses”.

Bei der von „DN”-Mitarbeiterin Sandra Kinkel und Redaktionsleiter Ingo Latotzki moderierten Veranstaltung hatten auch die Gäste vielfach Gelegenheit, ihre Vorstellungen zu äußern. Spontanen Beifall gab es für den Vorschlag, die Dürener im Vorfeld von stadtentwicklungspolitischen Entscheidungen intensiv zu beteiligen. Meisenheimer erklärte, wie dies geschehen könne, und Larue musste zugeben, dass die Schaffung eines Gestaltungsbeirates eine gute Sache wäre. Ohne das „Ja” eines solch unabhängigen Experten-Gremiums würde dann in der Kreisstadt nichts mehr gebaut oder baulich verändert werden. Abriss oder Erhalt der Stadthalle? Darin war sich die Versammlung nicht einig. Wohl aber bei der Frage, dass die Bebauung des Postgeländes misslungen sei.

Gegen Ende der Veranstaltung durften die Redner träumen: Böttke wollte die Stadthalle vom Künstler Christo einpacken lassen und ansonsten viel Geld für die Sanierung von Schulen und Kindergärten ausgeben. Labenz würde gern in der Stadthalle das Stadtmuseum unterbringen.

Mehr Stadtwohnungen braucht Düren nach Ansicht von Uwe Gunkel, Larue möchte Geld für Schultoiletten ausgeben und den Hoeschplatz analog zum Museum edel bebauen, und auch Meisenheimer konnte verwegene Pläne vorstellen. Das Publikum hatte seine helle Freude und applaudierte herzlich.
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