Diskussion im Forschungszentrum: Energiewende und ihre Folgen

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Expertenrunde: Im Forschungszentrum wurrde über die Energiewende und deren Auswirkungen für die Beschäftigung diskutiert. Foto: Witt

Jülich. „Gute Arbeit und ökologischer Wandel“ – unter diesem Schlagwort steht eine Veranstaltungsreihe der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) NRW und der Stabsstelle Zukunftscampus des Forschungszentrums Jülich (FZJ). Bei Fachtagungen wird die Thematik der Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und „Guter Arbeit“ behandelt.

Bei der jüngsten Tagung ging es um erneuerbare Energien, Innovationen und Beschäftigungseffekte. Prof. Dr. Harald Bolt, Mitglied des FZJ-Vorstands, berichtete über die aktuelle Forschung und Projekte im Rahmen der innovativen Energieerzeugung. Daraufhin wendete sich Prof. Dirk Müller, Leiter des E.ON Energy Research Center an der RWTH Aachen, der Fragestellung „Können sich private Haushalte am Lastmanagement für die Einbindung erneuerbarer Energien beteiligen“ zu.

Danach hielt Dr. Ulrike Lehr, Mitarbeiterin der GWS/Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung, Osnabrück, einen Vortrag über Beschäftigungseffekte des Ausbaus erneuerbarer Energien. In der anschließenden Diskussion setzten sich Jörg Gonsior, Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung von Verdi NRW, Dr. Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW, Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB in NRW, Ulrike Lehr, und Prof. Müller mit der Energiewende und den mit ihr einhergehenden Beschäftigungseffekten auseinander.

Auf Schietingers Frage, ob Erneuerbare Energien ein Fluch oder ein Segen für die Beschäftigung seien, antwortete Gonsior, dass es keine ausnahmslos positiven Beschäftigungseffekte gebe, in diesem Bereich aber ein beachtlicher Beschäftigungszuwachs existiere, welcher jedoch schlechter bezahlt werde. In den letzten zwei Jahren seien etwa 100.000 Arbeitsplätze abgebaut worden, 10.000 weitere würden in diesem Jahr gestrichen werden. Der ökologische Wandel sei wichtig, wurde betont, aber im Mittelpunkt stehe die Frage, wie dieser vonstatten gehe. Denn Unternehmen würden immer mehr von Finanzinvestoren beherrscht, denen es vordergründig nicht darum ginge, eine ökologische Energieversorgung sicherzustellen, sondern nur um Profit.

Auch Loch stellte heraus, dass eine Energiewende selbstverständlich Geld koste. Wichtig hierbei sei eine gerechte Kostenverteilung, denn ohne diese würde die Akzeptanz der Bevölkerung für erneuerbare Energien schnell schwinden. Ausschlaggebend sei eine soziale Verteilung. Der Bürger solle bei der Energiewende mitgenommen werden.

Meyer-Lauber unterstrich, dass die Energiewende für die Gewerkschaften ein Riesenproblem sei, weil sich dahinter ein Strukturwandel verberge. Die Energiefrage werde eine größere Rolle spielen, aber eine nachhaltige Politik werde nur dann akzeptiert werden, wenn Arbeit und Einkommen gesichert würden, betonte der Gewerkschafter.

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