Differenzierter Blick auf das Leben der Stars

Von: has
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Eine sehenswerte Ausstellung mit Arbeiten von Peter Wolframm (r.), dem kreativen Kopf des Guldenstern-Duos, den Botschaftern der Deutschen Pop-Art, präsentiert das Galeristen-Ehepaar Rita und Stefan Weschke in den Räumen der Galerie Vetter. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Er ist Teil des Guldenstern-Duos, das als die Botschafter der deutschen Pop-Art gilt: Peter Wolframm. Seine Arbeiten sind im Rahmen der Herbstausstellung der Galerie Vetter in der Oberstraße zu sehen.

Und dem Galeristen-Ehepaar Stefan und Rita Weschke ist mit dieser „One-Man-Show” und einer Vielzahl an aktuellen Mixed-Media-Arbeiten des Künstlers etwas Besonderes gelungen.

Wer den Begriff Pop-Art hört, verbindet ihn fast automatisch mit Andy Warhol. Und wer sich die Ausstellung anschaut, wird zunächst an diesen amerikanischen Künstler erinnert. Auch in den Arbeiten des niederrheinischen Künstlers finden sich Motive aus der Glitzerwelt der Stars wie etwa Marylin Monroe, John Lennon, Romy Schneider, Audrey Hepburn und andere. Es gibt durchaus Motivübereinstimmungen.

Doch der Schein und der erste Blick trügen. Der kreative Kopf des Guldenstern-Duos, wie ihn Stefan Weschke in seiner Einführungsrede nannte, wählt eine andere Form. Warhol erachtete, allgemein gesagt, Populäres als kunstwürdig. Er setzte auf den Aufmerksamkeits- und Unterhaltungsfaktor, produzierte ein Wechselspiel zwischen Wunschvorstellung und Ernüchterung. Bei Wolframms Werken geht es nicht nur um Bildzitate, sondern er verleiht seinen Arbeiten durch unerwartete Kombinationen etwa mit Textauszügen neue inhaltliche Dimensionen. Es steht nicht nur der Star im Vordergrund, sondern man erhält einen differenzierten Blick auf ihr Leben und Wirken. Man sieht nicht nur eine strahlende Romy Schneider als Beispiel, sondern auch ihr Abbild in ihrer depressiven Phase.

Peter Wolframm konfrontiert den Betrachter in „Reloaded”, so der Titel der Werkserie, mit Bildern, die im Gedächtnis ihren Platz gefunden haben. Der ewig junge James Dean und die strahlende Elizabeth Taylor in dem Film „Giganten”, die Augen der Sophia Loren, die betörende Audrey Hepburn, der nachdenkliche John Lennon. Es sind andere Perspektiven, die der Künstler aufzeigt. Er verbindet Gegenständliches und Abstraktes, Malerei und Fotografie. Er verdeutlicht die Stars, ihre Rollen und die Schauplätze, verfremdet sie aber auch. New York und Köln sind beispielsweise zu sehen, aber auch hinter Schaufensterglas Düren.

Wer allein schon dieses Bild betrachtet, kann die Philosophie des Künstlers und die Art und Weise, wie er seine Motive erkennbar und gegenständlich darstellt, aber auch umspielt, verstehen.

Man sollte aber nicht nur „draußen” stehen bleiben, sondern die Galerie Vetter besuchen und sich die Ausstellung anschauen, die bis zum 7. November dauert.
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