Die Zukunft von Langerwehe entwerfen

Von: Sandra Kinkel
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Wie sieht Langerwehe in 40 Jahren aus? In der Töpfergemeinde soll sich eine Zukunftswerkstatt etablieren, um die richtigen Weichen für die 14.000-Seelen-Kommune zu setzen. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Wie geht es weiter mit Langerwehe? Was passiert nach dem Ende des Braunkohletagebaus in der Töpfergemeinde? Wo kommen neue, zukunftssichere Arbeitsplätze und Lehrstellen her? Wie kann sich die Gemeinde in Zeiten allergrößter Finanzprobleme trotzdem behaupten und handlungsfähig bleiben?

Fragen, vor denen Langerwehe steht. Sicher, die Antworten müssen nicht sofort her. Um die 40 Jahre wird sicher noch Braunkohle in unserer Region abgebaut. Trotzdem sind Walter Jordans, Lothar Kurth und Andreas Schneider vom „Bund für Umwelt und Naturschutz” und der Langerweher Umwelt- und Naturschutz-Aktion (Luna) davon überzeugt, dass sich die Menschen in Langerwehe schon heute intensiv mit ihrer Zukunft auseinandersetzen müssen. Deswegen haben die drei Herren den Anstoß dafür gegeben, gemeinsam mit der Aachener Stiftung Kathy Beys eine Zukunftswerkstatt zu etablieren.

Es gibt es einen Ratsbeschluss, der sich ebenfalls für eine Zukunftswerkstatt ausspricht. Die Auftaktveranstaltung soll am Samstag, 30. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im Rathaus stattfinden. Schneider: „Wir leben hier in einem Gebiet, in dem sich sehr viel verändern wird. Da ist es einfach wichtig, für Langerwehe ein gemeinsames Ziel zu organisieren.”

Deswegen will der Bürgermeister zu der Zukunftswerkstatt-Auftaktveranstaltung neben Ratsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern auch die Vertreter der Vereine, Kirchengemeinden, des Töpfereimuseums und großer lokaler Arbeitgeber einladen. Kurth: „Uns ist klar, dass all diese Gruppierungen ganz unterschiedliche Interessen vertreten. Es ist aber wichtig, eine Transparenz in diese Interessen zu bringen und gemeinsame Zielvorstellungen zu formulieren.”

Dass es dabei nicht nur umweltpolitische Fragen gehen kann und wird, ist für Schneider, Jordans und Kurth selbstverständlich. Auch deswegen war es ihnen so wichtig, dass die Gemeinde federführend für die Zukunftswerkstatt verantwortlich ist.

Lothar Kurth: „Es geht um Jugendarbeit, Gemeindefinanzen, Kultur in Langerwehe, Senioren und Naherholung. Und es wird sich auch die Frage stellen, wie die Vereine sich selbst mehr einbringen können, weil Langerwehe eben kein Geld mehr hat.”

Denkbar ist auch die Fragestellung, ob man bei der Erschließung des neuen Gewerbegebietes nicht gleich darauf achten soll, dass hier ein Blockheizkraftwerk entsteht, das die dort ansässigen Betriebe, aber auch Teile der Langerweher Bevölkerung kostengünstig und umweltfreundlich mit Wärme und Strom versorgt. Schneider: „Wenn die Menschen sich bei diesen wichtigen Entscheidungsprozessen einbringen können und dabei ernst genommen fühlen, ist auch die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung viel größer. Und die Kommunalpolitiker wissen, dass sie das umgesetzt haben, was die Mehrheit der Bürger auch will.”

„Wir sind eine Zuzugsgemeinde, wo die Neubürger sich Dank einer ausgeprägten Vereinsstruktur sofort heimisch fühlen”, so Kurth. „Es gibt gute Schulen und viel Kultur, eine nahezu perfekte Verkehrsanbindung, ein breites Einkaufsspektrum. Und all das müssen wir erhalten.”

Die Mitarbeiter der Aachener Stiftung Kathy Beys, die eine Menge Erfahrung mit der Erstellung von Zukunftsszenarien haben, fungieren bei der Zukunftswerkstatt übrigens „nur” als Moderatoren. Kurth: „Wie genau wir dann in Langerwehe arbeiten wollen, werden die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt bei der Auftaktveranstaltung erarbeiten und entscheiden.” Walter Jordans: „Wir wollen Zukunftsentwürfe, Ziele und Maßnahmen für ein weiterhin lebensfähiges und liebenswertes Langerwehe entwickeln.”

Die Ergebnisse werden die einzelnen Arbeitsgruppen dann formulieren und an Bürgermeister Heinrich Göbbels weiter geben. Und der soll sie dann in den Gemeinderat einbringen.
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