Düren - Die WM soll Simon Ernsts nächster Wurf sein

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Die WM soll Simon Ernsts nächster Wurf sein

Von: Axel Keldenich
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Was ein echter Handball-Nationalspieler wie der Birkesdorfer Simon Ernst ist, dem bereiten auch drei Bälle kein Problem. Foto: Keldenich

Düren. Angefangen hat es vor 15 Jahren, als der damals vier Jahre alte Simon Ernst zum ersten Mal beim Handballtraining des TV Birkesdorf war. Als Torwart bekam er gleich einen der ersten Würfe an den Kopf. In diesem Moment beschloss er, dass dies sicher nicht seine Lieblingsposition werden würde. Rückblickend steht fest, dass dies wohl ein guter Entschluss war.

Denn aus dem Handball-Steppke zwischen den Pfosten wurde ein junger Mann, der heute in der Rückraum-Mitte der A-Jugend-Nationalmannschaft spielt. Und mehr noch: Als Kader-Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft macht er sich berechtigte Hoffnungen, mit dieser Auswahl im Juli zur WM nach Bosnien-Herzegowina zu fahren.

Das wäre dann die erste WM, die Simon Ernst mitmacht. „Eine Nummer kleiner“ hat er allerdings schon beste Erfahrungen gemacht. Im vergangenen Jahr gewann er mit der A-Jugend-Nationalmannschaft den Titel bei der Europameisterschaft. „Das war mein größter Erfolg und mein bisher eindrucksvollstes Erlebnis, zumal nach dem spannenden Finale gegen Schweden, das wir erst nach Verlängerung gewonnen haben.“, erinnert sich der junge Sportler. Nicht zuletzt dieser Titel hat ihm dann im Herbst zu einem weiteren verholfen. „Ich hatte nicht im Geringsten daran gedacht, zum Kreis-Dürener Sportler des Jahres gewählt zu werden“, verrät er. „Ja, ich wusste nicht einmal, dass ich nominiert war.“ Die Trophäe in Form eines goldenen Löwen hat denn auch einen Ehrenplatz im Hause Ernst gefunden.

Vater Dr. Achim Ernst hat als ehemaliger Birkesdorfer Handballer und Regionalligaspieler bei Düren 99 Sohn Simon wohl die entscheidenden Gene weitergegeben. Vor vier Jahren wechselte der dann als Jugendlicher vom BTV zu Bayer Dormagen. Dort spielt er heute sowohl in der A-Jugend-Mannschaft als auch in der ersten Mannschaft, die gerade wieder Meister der 3. Bundesliga wurde. Mit 203 Saison-Toren ist Simon Ernst in dieser Liga Dritter der Torjägerliste. Mit der A-Jugend erreichte er das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft, wo allerdings die Füchse Berlin als haushoher Favorit Endstation für die Dormagener waren. Anders als manche Spezialisten ist Simon Ernst nicht nur als Angreifer erfolgreich, sondern auch in der Abwehr flexibel einsetzbar.

Solche Erfolge wollen natürlich erarbeitet sein. Für Simon Ernst, der von der Sporthilfe gefördert wird, heißt das, an fünf Tagen der Woche nach Dormagen zum Training zu fahren und zusätzlich an drei Tagen noch Krafttraining in Düren zu absolvieren. Für Letzteres gibt es dezidierte Pläne von den Trainern des Deutschen Handballbundes. Hinzu kommen regelmäßige Lehrgänge mit den Auswahlkadern.

Das alles wird in Zukunft etwas leichter, denn der Stift-Gymnasiast hat gerade sein Abitur abgelegt. Zunächst wird er nun für ein Jahr bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr anheuern. „Natürlich kann man als Handballprofi in den beiden oberen Ligen heute durchaus von seinem Gehalt leben, aber ein Vermögen für die Zeit nach dem Sport kann man da nicht erwerben“, sagt Ernst. Deshalb hat er auch fest vor, neben dem Sport ein Studium zu beginnen.

In solch eine vernünftige Zukunftsplanung passt auch seine Entscheidung, vorerst weiter in Dormagen zu spielen, obwohl der Verein trotz der gerade geschafften Meisterschaft wegen einer Insolvenz vor zwei Jahren nicht in Liga 2 aufsteigen darf. „Hier werde ich Spielzeit bekommen und Erfahrung sammeln. Wenn meine Entwicklung so anhält, kann ich später immer noch wechseln“, hält er sich alle Optionen offen.

Und so können seine Eltern auch immer noch bei den Heimspielen dabei sein und den Filius unterstützen. Denn trotz der sportlichen Erfolge und einiger Freundschaften mit Mannschaftskameraden sind ihm familiäre Bindungen und Kontakte zu den alten Freunden in Birkesdorf wichtig.

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