Düren - Die vier kleinen Schwäne ganz ungewöhnlich umgesetzt

Die vier kleinen Schwäne ganz ungewöhnlich umgesetzt

Von: amw
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Sie werden noch viel von sich reden machen: Die jungen Tänzerinnen und Tänzer des Bayerischen Staatsballetts II.. Foto; Anna-Maria Wagner

Düren. Jung, dynamisch, professionell und engagiert – so kann man die Nachwuchstänzerinnen und -tänzer des Bayerischen Staatsballetts II beschreiben. Dementsprechend außergewöhnlich war der Donnerstagabend im Haus der Stadt. Die 16 Künstlerinnen und Künstler zeigten eine Werkschau mit Stücken, die sich ergänzten, aber auch vor Kontrasten keine Angst hatten.

Den Auftakt machte ein Klassiker der Ballettmusik: das „Allegro Brillante“ von Peter I. Tschaikowsky mit einer Choreographie von George Ballanchine. Anmutig schön tanzten vier Paare und ein Solopaar.

Dieses Stück erzählt keine Geschichte, sondern das Ballett macht die Struktur der Musik für den Zuschauer sichtbar. Dabei gab es keine großen Überraschungen. Die Tänzerinnen und Tänzer zeigten klare Standards aus dem klassischen Ballett. Das Duett aus Elisa Mestres aus Frankreich und dem Amerikaner Nicholas Losada eroberte das Publikum nicht im Sturm, sondern zart und leicht. Spannend wurde der Abend erst danach. Der Publikumserfolg „Institution Blast“ irritierte kurz, überzeugte dann aber restlos. Grundlage ist die Walzermusik des Tanzes der vier kleinen Schwäne aus Tschaikowskys „Schwanensee“, die hier ganz anders umgesetzt wurde.

Choreograf Ralf Jaroschinski besetzte das Stück mit zwei männlichen Tänzern und verwandelte es zu einem Pas de deux. Devon Carbone und Carlos Salcedo de Zarraga zeigten zwei sich rivalisierende Jung-Manager mit Hemd und Schlips. Mit Humor und Akrobatik versuchen die beiden herauszufinden, wer der Bessere ist. Bravo-Rufe und Szenenapplaus zeigten, dass sie beide das Publikum überzeugen konnten.

Spanisches Temperament

Das letzte Stück vor der Pause zeigte eine ganz andere, sehr moderne Stilrichtung mit spanischem Temperament. Die Musik stammt von Maria del Mar Bonet, Choreographie von ihrem Landsmann Nacho Duato. Das sehr erdige Stück zieht die Tänzer fortwährend auf den Boden und in gekrümmte Haltung, aus der sie sich zu befreien suchen. Ein spannender Kontrast aus Lebensfreude und Unterdrückung.

Nach der Pause erlebten die Zuschauer im „Concertante“ von Hans van Manen eine Kostüm- und Lichtkunst, die den Tanz fantastisch untermalte. Den Abschluss machten rockige Töne von Harry Belafonte, Benny Goodmann und anderen. Die vier Tänzer schienen keine Macht über ihren Körper zu haben - die Musik setzte Arme und Beine in Bewegung, führte sie nahezu willenlos, aber virtuos durch das Stück. Die Dürener dankten für diesen wirklich außergewöhnlichen Ballettabend mit nicht enden wollendem Applaus.

Die Tänzerinnen und Tänzer sind einige der besten Nachwuchskünstler der Welt. Das sieht man. Den ein oder anderen Namen wird man sicherlich auf den großen Bühnen der Welt noch öfter zu hören bekommen.

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