Heimbach - Die verzweifelte Suche nach Einkünften

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Die verzweifelte Suche nach Einkünften

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Heimbach. Noch nie hat die Stadt Heimbach ein so großes Defizit vorgelegt wie für 2010/11. Das belegt der jüngst vorgestellte Doppelhaushalt, auf dem für 2010 die rote Zahl 2,56 Millionen Euro prangt und 2,55 Millionen für 2011.

Die Politiker aller Ratsfraktionen sind - gelinde gesagt - sehr in Sorge. Doch wer plötzlich Hunderttausende weniger aus Düsseldorf überwiesen bekommt und gleichzeitig hunderttausende Euro mehr an den Kreis Düren zahlen muss, der kann wirtschaften wie er will: Es rechnet sich nicht.

Von großer Sorge um die Zukunft der Fremdenverkehrskommune getragen waren denn auch alle Redebeiträge im Hauptausschuss, als über den Doppelhaushalt diskutiert wurde. Wobei einmal Bürgermeister Bert Züll in Rage geriet, als ein Ratsherr plötzlich am kompletten Zahlenwerk zu zweifeln schien, dann aber Beratungsbedarf anmeldete.

„Ich kann das nicht mehr nachvollziehen”, meinte auch CDU-Fraktionschef Gerd Linden zu der drastisch gestiegenen Kreisumlage, auf die die Zahler nicht den geringsten Einfluss haben. Bange Frage von Linden an den Bürgermeister: „Wir sind bald komplett überschuldet, wie geht es dann weiter?” Züll wusste es nicht, auch nicht, ob die im Koalitionsvertrag erwähnten „Zinsbeihilfen” des Landes NRW eine Linderung bringen werden.

Dr. Harro Höger (SPD) berichtete von einem Windpark in Ostdeutschland, durch den die Gemeinde jedes Jahr 120.000 Euro reicher wird. „Nur, wenn das Grundstück, auf dem die Windräder stehen, der Gemeinde gehört”, so Züll. Auf Anregung von Höger soll jetzt geprüft werden, ob Anwohner zur Kasse gebeten werden können, weil bestimmte Straßen ausgebaut wurden oder werden.

„Die Ausgaben müssen sein, die Einnahmen - da können wir uns drehen wie wir wollen - haben wir nicht”, so Josef Jörres (UWV). In der Tat: Durch Gewerbesteuer-Einnahmen wird Heimbachs Kasse nie saniert, da Industrie nicht vorhanden ist. Allein der Fremdenverkehr (Feriendorf) gilt als Hoffnungsträger. So war man auch schnell bei einer Erhöhung der Kurtaxe von 0,50 auf ein Euro, was bis zur nächsten Ratssitzung am 1. September geprüft wird.

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 2010, so ein FDP-Ratsherr, 3025 Euro. 2011 sind es 3679 Euro. Für die Grünen meinte Arno Krischer, trotz Finanzchaos entwickle sich Heimbach sehr schön. Das Städtchen sei sauberer und belebter als noch vor Jahren, eine Anhebung der Kurtaxe sei gerechtfertigt.

Mit den Stimmen der CDU Mehrheit bei vier Enthaltungen entschied der Ausschuss, dem Rat die Zustimmung zum Doppelhaushalt und zur mittelfristigen Finanzplanung 2012 bis 2014 vorzuschlagen.

Zwei Straßensperrungen

Mitgeteilt wurde, dass die Verbindungsstraße K 26 zwischen der L 249 ab Kloster Abtei Mariawald und der L15 („Haus Kermeter”) gesperrt ist. Außerdem ist wegen Bauarbeiten die Landstraße zwischen Heimbach und Vlatten ab dem 30. August teilweise voll gesperrt.
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