Niederzier - „Die verlorenen Schuhe”: Fesselnde Autorenlesung mit Gina Mayer

„Die verlorenen Schuhe”: Fesselnde Autorenlesung mit Gina Mayer

Letzte Aktualisierung:
Die Jugendbuchautorin Gina May
Die Jugendbuchautorin Gina Mayer beim Signieren in der Gesamtschule Niederzier/Merzenich

Niederzier. Innerhalb des Leseförderprojektes „Lesen (er)leben im Indeland” war jetzt die bekannte Jugendbuchautorin Gina Mayer an der Gesamtschule Niederzier/Merzenich bei der Klassenstufe 7 zu Gast.

Gina Mayers Buch „Die verlorenen Schuhe” handelt von Vertreibung und Flucht aus Schlesien am Ende des Zweiten Weltkrieges. Das ist kein leichter Stoff für eine Autorenlesung, doch die Schüler und Schülerinnen wurden bestens von ihrer Deutschlehrerin Emira El Ouni vorbereitet. Im Unterricht lasen sie bereits die „Schattenjünger” ebenfalls ein Buch von Gina Mayer.

Deutlich wurde das Interesse der Schülerinnen und Schüler insbesondere in den vielen durchdachte Fragen, die sie der Autorin zur Recherche stellten. „Die verlorenen Schuhe” ist aber nicht nur ein Buch über die beschwerliche Flucht aus Schlesien, sondern auch ein Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen der deutschen Inge und der polnischen Wanda.

Gina Mayer fand in ihrer Lesung genau den richtigen Ton, um mit Jugendlichen über diese grausame Zeit zu sprechen. Sie führte die Zuhörer behutsam und doch gezielt durch die Geschichte der letzten Kriegszeit. Ihr gelang es in den Gesprächen mit den Schülern und Schülerinnen die Gratwanderung, einerseits die Schrecklichkeit der Flucht zu schildern, andererseits Jugendlichen aus dieser Zeit zu erzählen.

Mit Bedacht wählte sie Szenen aus und gab danach immer Raum, um über das Gehörte zu reflektieren. So entstand schnell eine vertrauliche Atmosphäre. Am Beispiel der Protagonistinnen erfassten die Jugendlichen Geschichte der letzten Kriegszeit deutlich nachhaltiger, als es Fakten und Daten vermitteln können.

Geschichts- und Deutschunterricht fügten sich in dieser Stunde ganz natürlich zusammen. „Für die Schüler war diese kostenfreie Lesung heute etwas Besonderes. Wir haben uns sehr darauf gefreut und es war auch eine schöne Belohnung am Ende des Schuljahreses”, dankte die Lehrerin Emira El Ouni und Frau Willms auch im Namen ihrer Kolleginnen dem Autor sowie der Projektinitiatorin Manuela Hantschel von der Agentur „Leseteppich”. In Kooperation mit der „Indeland-GmbH” und den einzelnen Kommunen organisierte Hantschel die Autorenlesungen in den sieben Indeland-Gemeinden.

Niederzier ließ sich von der Bedeutung dieser einzigartige Bildungsinitiative überzeugen und finanziert die Lesungen für ihre Kommune ohne zu zögern. „Wie bereits 2010 und 2011 lesen fünf Autoren in sieben Schulen an fünf Tagen im Indeland”, berichtet Manuela Hantschel, der es besonders wichtig ist, dass das Lesen als etwas Schönes erlebt wird.

„Leseförderung ist Sprach- und Lebensförderung. Und diese funktioniert über die Faszination für Geschichten”, ist Hantschel überzeugt. Ziel ist es, Kindern unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund die Möglichkeit zu geben, Lesen als Bereicherung zu erleben.
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