Düren - Die Traditionsfirma Anker trauert um Markus Schoeller

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Die Traditionsfirma Anker trauert um Markus Schoeller

Von: bugi
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Markus Schoeller, geschäftsführender Gesellschafer des weltweit tätigen Dürener Traditionsunternehmens Anker, ist am Montag im Alter von 54 Jahren gestorben. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Markus Schoeller, geschäftsführender Gesellschafter von Anker Teppichboden, ist tot. Er starb am Montagabend im Alter von nur 54 Jahren.

Schoeller war einer der wenigen verbliebenen Familienunternehmer im klassischen Sinne und hat die Dürener Traditionsfirma Anker entscheidend geprägt – auch in schwierigen Zeiten. 1993 stieg er in das Unternehmen ein, das in den Jahren nach der Wiedervereinigung neue Märkte erschließen und die Umsätze deutlich steigern konnte. Zweistelligen Zuwachsraten folgte dann mit der Wirtschaftskrise 2008 die Ernüchterung: Anker musste Umsatzrückgänge von knapp 20 Prozent hinnehmen und mehr als 80 der damals rund 380 Arbeitsplätze abbauen.

Für Markus Schoeller seinerzeit eine der schwersten Entscheidungen überhaupt. „Dass wir so viele Arbeitsplätze abbauen mussten, war für die Mitarbeiter eine Katastrophe“, sagte er einmal rückblickend und meinte das auch ernst. Sein Ziel war es, das angeschlagene Familienunternehmen zu retten. „Anker Teppich muss weiter leben“, fügte er damals hinzu – der Tradition eines Unternehmens verpflichtet, das im Jahr 1854 gegründet wurde.

Schoeller strukturierte das Unternehmen um, setzte noch mehr auf Qualität statt Quantität und schaffte die Trendwende – und das gegen den Trend in der Branche. Und das zudem in einer Zeit, in der Unternehmen eher dazu neigen, an der Qualität zu sparen, um so den Gewinn zu maximieren. „Wir setzen auf Langlebigkeit, auf die Nachhaltigkeit unserer Produkte“, setzte Schoeller dem nicht erst 2013 entgegen.

Als er im März 2015 bei der Jahrespressekonferenz den Satz „Wir haben uns behauptet!“ sprach, konnte man förmlich spüren, dass Schoeller auch stolz darauf war, dass die Firma bei Umsätzen und Mitarbeiterzahlen wieder deutlich zugelegt hat, das neue Märkte erschlossen werden konnten und „Anker“ als Marke nach wie vor in den produzierten Segmenten einer der Weltmarktführer ist. Hochwertig, hochpreisig sind die neuen Stichworte, mit denen man sich positioniert und gleichzeitig erstmals auch den Privatkunden öffnet, um zukünftige Risiken auszuschließen. Der Stolz auf die Firma galt beidseitig.

„Bis heute ist es uns gelungen, überwiegend unser familiäres Betriebsklima zu erhalten. Die meisten, die hier arbeiten, verbindet ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Vielleicht auch deshalb, weil die Familien etlicher unserer Mitarbeiter seit Generationen für und mit Anker arbeiten“, sagte Schoeller 2004 zum 150-jährigen Bestehen des Unternehmens. Überhaupt waren die Mitarbeiter für Schoeller stets das größte Kapital des Unternehmens. Als geschäftsführender Gesellschafter hat Markus Schoeller dabei die Strategie für das Familienunternehmen vorgeben, das operative Geschäft den beiden Geschäftsführern Gerd Hoffe und Erwin Landherr überlassen.

Schoeller war leidenschaftlicher Jäger und hat sich als Vorsitzender der Kreisjägerschaft engagiert; er war Oldtimer-Liebhaber und Vizepräsident des Dürener Motorsport Clubs. Und er hat sich in seiner Heimatstadt Nideggen eingebracht. Markus Schoeller hat Spuren hinterlassen, nicht nur in Düren.

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