Düren - Die Stadt Düren will gegen Kinderarmut ankämpfen

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Die Stadt Düren will gegen Kinderarmut ankämpfen

Von: inla
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Düren. Mehr als jedes vierte Kind in Düren lebt von Harz IV- oder Sozialhilfe und gilt damit als arm. „Diese Zahl fordert uns heraus”, sagt Bürgermeister Paul Larue und betont, Düren sei zwar eine Mittelstadt im ländlichen Bereich, habe aber die Herausforderungen einer Ruhrgebietsstadt zu bewältigen.

Ein Schritt soll der 1. Dürener Gipfel gegen Kinderarmut sein, der am Donnerstag, 15. Dezember, auf Schloss Burgau stattfindet. „Wir müssen endlich ein Bewusstsein dafür schaffen, dass viele Kinder und Jugendliche in Düren nicht nur mit finanziellen Problemen aufwachsen, sondern auch von einigen Dingen wie Bildung, Kultur oder sozialen Aktivitäten ausgeschlossen sind”, sagt Ina Ruick, Jugendhilfeplanerin bei der Stadt Düren.

Zu dem Gipfel, der über eine privatwirtschaftliche Stiftung finanziert wird, sind so genannte Multiplikatoren eingeladen, also Menschen, die aufgrund ihrer Tätigkeit oder Bekanntheit zur Problemlösung beitragen könnten. Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen, das sich der Kinderarmut annimmt. In verschiedenen Workshops werden die Vertreter aus Politik, Wirtschaft oder Verbänden mit Themen wie Bildung, Freizeit, Gesundheit und Sport sowie Kultur konfrontiert. So wird Michael Rudolph, stellvertretender Schulleiter in Köln, von seiner Arbeit berichten.

An seinem Gymnasium sind 80 Prozent Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. „Kinder in Armut gehören heute fast einer Parallelgesellschaft an”, sagt Thomas Floßdorf, Vorsitzender des Dürener Jugendhilfeausschusses. Es gebe viele, denen es „richtig gut geht”, aber auch immer mehr, die von beinahe allem ausgeschlossen seien. „Wir wollen und müssen ihre Lebenssituation verbessern”, sagt Ina Ruick, „deshalb soll auf unserem Gipfel vor allem auch ein Interesse geweckt werden, sich der Problematik anzunehmen.” In Düren lebten deshalb mehr arme Kinder als in vergleichbaren Orten, weil die Stadt im Kreis mit mehr als 90.000 Einwohnern das absolute Oberzentrum sei, sagt Bürgermeister Larue. Zudem „haben wir viele gute Schulen und Kindergärten sowie eine Menge an Einrichtungen, die sich um sozial Schwache kümmern”. Damit sei Düren eine anziehende Stadt. Überdies schätzten viele die Anonymität und die kurzen Wege zu den Hilfsangeboten.
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