Düren/Niederzier - Die Preise für Altpapier sind im Keller

Die Preise für Altpapier sind im Keller

Von: Margret Vallot
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Kartons und Papier wurden gestern noch in der Wirtelstraße zusammengestellt, sind aber kaum noch was wert. Altpapier hat wie alle Rohstoffe einen enormen Preisverfall erlebt. Foto: Margret Vallot

Düren/Niederzier. Die Zeiten, als man mit alten Zeitungen, Verpackungen und zerfledderten Kartons noch richtig Geld machen konnte, sind dahin - vorerst jedenfalls. Der Preis für Altpapier ist ins Bodenlose gesunken.

Bis Anfang Oktober konnten die Gemeinden die Abfall-Entsorgung durch den Gewinn bringenden Verkauf von Altpapier mitfinanzieren.

Doch statt 90 Euro für eine Tonne unsortierten Altpapiers, wie noch vor zwei Monaten, bringt das Altpapier jetzt mit Glück nur noch 10 Euro pro Tonne, bisweilen sogar weniger als fünf Euro. Wird sich das auf die Gebühren für Abfall auswirken?

Der Preis von Altpapier ist verfallen, weil derzeit niemand Altpapier haben will. Aus dem begehrten Rohstoff ist ein Ladenhüter geworden.

Alle Rohstoffe - also Metall, Schrott, Erze, Rohöl - sind massiv billiger geworden. „Das hängt mit dem Konjunkturumschwung zusammen”, weiß Michael Uhr, Pressesprecher der Awa Entsorgung GmbH. Diese GmbH vermarktet für den kommunalen Entsorgungsbetrieb „Regioentsorgung”, dem Langerwehe und zum 1. Januar auch die Gemeinde Niederzier beigetreten ist, das Papier.

Hauptabnehmer von Altpapier war bis zuletzt China. Die Volksrepublik hatte alles vom Markt geholt, was zu bekommen war. „China hat wegen seines hohen Energiebedarfs Altpapier in seinen Kraftwerken verfeuert”, so Uhr. Und China habe zeitweise für unglaubliche Preise gesorgt.

In Niederzier - als Beispiel - sammeln pro Stadtteil manchmal vier bis fünf Vereine das Altpapier. Sie finanzieren davon einen Teil ihrer Vereinsarbeit. Sie können den Absturz relativ gelassen beobachten, denn sie haben mit der „Regioentsorgung” langfristige Festpreise pro Tonnage vereinbart. „Die Vereine bekommen für ihr Papier mehr, als der Markt jetzt hergibt”, erfährt man im Rathaus von Niederzier.

In Düren und Hürtgenwald kommen etwa 8000 Tonnen Altpapier pro Jahr zusammen, erklärt der Chef vom Dürener Service Betrieb (DSB), Richard Müllejans. In Spitzenzeiten (Juni/Juli 2008) habe man für die Tonne 80 Euro bekommen.

Der Preis habe aber immer geschwankt. „Im Durchschnitt der letzten Jahre waren für die Tonne Altpapier 30 bis 40 Euro drin”, so Müllejans. 300.000 bis 400.000 Euro habe das Altpapier in die Kassen des DSB gespült.

Derzeit, als direkte Auswirkung der Wirtschaftskrise, „liegt der Preis bei null Euro”. Abnehmer ist die Firma Schoellershammer. Müllejans geht davon aus, dass „sich der Preis spätestens im März/April normalisieren wird”.

Der Chef des DSB erinnert sich, dass 1997 sogar 200 Mark gezahlt werden mussten, um eine Tonne Altpapier loszuwerden. Wie dem auch sei: Der Preis ist seit November 2008 eingebrochen.

Düren wird 2009 keinerlei Gebühren erhöhen. Sollte aber der Altpapier-Preis sich 2009 nicht erholen, „dann muss man sicher über Konsequenzen nachdenken”.
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