Düren - Die Opfer von Gewalt möglichst früh erreichen

Die Opfer von Gewalt möglichst früh erreichen

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Wollen in Zukunft eng kooperie
Wollen in Zukunft eng kooperieren: Dr. Gereon Blum, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren, und Eva-Maria Eschbach von der Opferschutzorganisation „Weißer Ring”.

Düren. Der Weiße Ring und das Krankenhaus Düren arbeiten künftig eng zusammen. Die Opferschutzorganisation und die Klinik an der Roonstraße haben eine Kooperation vereinbart.

Der Weiße Ring erhält die Gelegenheit, sich im Krankenhaus zu positionieren, um dort Menschen, die Gewalt erfahren haben, frühzeitig auf sein umfangreiches Hilfsangebot hinweisen zu können.

„Die Krankenhäuser sind für uns wichtige Netzwerkpartner”, sagt Eva-Maria Eschbach, Außenstellenleiterin des Weißen Rings in Düren. „Die Opfer von Gewalt gehen zum Arzt und wenn nötig ins Krankenhaus. Dort werden die körperlichen Wunden von häuslicher Gewalt, sexueller Gewalt und Körperverletzung behandelt. Doch was kommt danach? Der Weiße Ring setzt dort mit seiner Hilfe an”, erklärt Eschbach. Um darauf hinzuweisen, werden im Krankenhaus Plakate aufgehängt und Broschüren ausgelegt.

„Ich werde Ärzte, Sozialdienste, Patientenaufnahme und Notfalldienst über die Zusammenarbeit informieren und darum bitten, die Informationen des Weißen Rings auszugeben und womöglich auch den Kontakt zum Weißen Ring herzustellen”, verspricht Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. Er begrüße die Initiative zur Kooperation und unterstütze die wertvolle Arbeit der Opferschutzorganisation sehr gerne.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings helfen Kriminalitätsopfern auf vielfältige Weise. „Nichts ist bei den Betroffenen mehr so wie vorher”, weiß Eva-Maria Eschbach. In den meisten Fällen hinterlasse das Erlebte ein seelisches Trauma, das nur mit fachlicher Hilfe zu überwinden ist. Bei der Suche nach Therapeuten ist der Weiße Ring behilflich und gibt den Betroffenen einen Beratungsscheck für eine psychotraumatologische Erstberatung. „Nach dem Krankenhausaufenthalt gibt es aber noch mehr zu tun”, betont Eschbach. So begleitet der Weiße Ring die Kriminalitätsopfer zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, gibt Hilfestellung im Umgang mit weiteren Behörden, vermittelt Hilfen anderer Organisationen und bietet Unterstützung bei materiellen Notlagen an, wenn sie im Zusammenhang mit der Straftat stehen. Ein Beratungsscheck für einen frei wählbaren Anwalt hilft bei der Wahrung von Opferschutzrechten im Strafverfahren. „Ganz wichtig sind aber auch der menschliche Beistand, die persönliche Betreuung und immer wieder zuzuhören”, sagt Eschbach.

Über die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus ist die Außenstellenleiterin des Weißen Rings sehr froh: „Wenn wir in den Kliniken präsent sind, finden die Opfer uns schnell.” Mit Laila Chaouki, die im Krankenhaus Düren beschäftigt ist, steht eine Ehrenamtlerin der Opferschutzorganisation in der Klinik als direkte Ansprechpartnerin bereit.

Um seine Arbeit angesichts zunehmender Fälle von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung erfolgreich fortzusetzen, sucht der Weiße Ring noch engagierte Frauen und Männer als ehrenamtliche Mitarbeiter. „Dafür sollte man ein wenig Zeit und Gespür für die Nöte von Menschen nach einer Straftat mitbringen”, sagt Eva-Maria Eschbach.
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